In Hong Kong raubten mit Messern bewaffnete Diebe einem Supermarkt-Zulieferer insgesamt 50 Großpackungen Toilettenpapier. Zwei der drei Gangs wurden gefasst. Nach der dritten wird noch gesucht. Der Corona Virus hat Hong Kong mittlerweile lahm gelegt.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Das sicher gestellte Klopapier hatte einen Wert von umgerechnet 220 US-Dollar. Weitere Details gab die Polizei nicht bekannt. In Hong Kong kommt es bereits überall zu Engpässen. Die Menschen räumten in Panik die Regale in den Supermärkten leer und versorgten sich mit Reinigungsprodukten, Grundnahrungsmitteln und – eben Toilettenpapier.

Wohngebäude evakuiert

Vor einigen Tagen wurden in Hong Kong 200 Personen aus einem Wohngebäude evakuiert. Grund dafür waren zwei an dem Virus Erkrankte, die im Haus auf verschiedenen Stockwerken lebten. Sie werden behandelt und sind, wie die anderen Bewohner auch, in Quarantäne. Der anfängliche Verdacht, der Virus konnte sich über die Abfluss-System im Gebäude verbreitet haben, wurde nicht erhärtet.

Chaos für Gastarbeiter

Auch die rund 400.000 in Hong Kong beschäftigten Haushaltshilfen, vor allem aus den Philippinen und Indonesien, beklagen ihre Lage. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Manche werden gefeuert, weil ihre Arbeitgeber die Stadt verlassen oder man forderte sie auf, nach Hause zu gehen, bis die Krise vorbei ist. Menschenrechtsgruppen rufen zu Spenden von Mundschutzmasken, Hand-Desinfektionsmitteln und Geld auf, um den Betroffenen zu helfen. Eigentlich wäre das die Aufgabe der zuständigen Konsulate, die ihrerseits Engpässe beklagen und noch keinen Verteilermechanismus aufstellen konnten.

Bisher ein Corona-Todesfall

Bisher wurden in Hong Kong 62 Fälle von Corona-Erkrankungen gemeldet, es gab einen Todesfall. Restaurants, Einkaufszentren, Cafés, etc. sind leer. Wo es geht, arbeiten die Leute von zu Hause aus, die Schulen bleiben geschlossen. Beobachter sprechen von einer ähnliche Situation im Jahr 2003, als der SARS-Virus die Stadt in Panik versetzte.