Lange galt es als kühne Verschwörungstheorie, nun überholt die Realität jede Fantasie. Denn in der Sendung „60 Minutes“ des US-Fernsehsenders CBS stellte ein Forscher im Umfeld des US-Verteidigungsministeriums einen winzigen Mikrochip vor, den man sich unter die Haut pflanzen lassen kann. Er soll erkennen können, ob eine Person das Corona-Virus in sich trägt.

Für die Entwicklung der Technologie war die „Defense Advanced Research Projects Agency“ (DARPA) zuständig, die im Dunstkreis des Pentagon (US-Verteidigungsministerium) operiert. Bei dieser handelt es sich um eine geheime Forschungsgruppe, deren Gründung noch auf den kalten Krieg zurück geht. Damals sollte sie neue Technologien für das Militär erforschen, auch solche Innovationen, mit denen sich Soldaten vor biologischen Waffen schützen könnten. Dann fiel die Sowjetunion auseinander – und lange Zeit gab es kaum Einsatzgebiete für die kostspielige Entwicklung.

Für den kalten Krieg gedacht – Einsatz jetzt gegen Corona?

Nun drängen sich die Forscher der Einrichtung auf, weil sie eine Möglichkeit für den Einsatz in der Bekämpfung der sogenannten Pandemie sehen. Dabei wird der Mikrochip unter die Haut implantiert. Dieser soll dann eine Corona-Infektion erkennen, lange bevor eine Person Symptome zeigt, womit ein allfälliger „Patient null“ keine Cluster begründen könne, so die Logik.

Dr. Matt Hepburn, der für die DARPA arbeitet gibt zu, dass es sich bei solchen Lösungen ein wenig um Dinge handelt, die sich wie „Science Fiction“ anhören. Aber weil seine Rolle bei der DARPA ist, „Pandemien vom Tisch zu räumen“, geht er mit der Erfindung an die Öffentlichkeit. Dabei verglich er den Diagnostik-Mikrochip mit der Motorkontrollleuchte eines Autos. 

Implantierter Sensor soll Infektion erkennen

„Es ist ein Sensor, dieses kleine grüne Ding,“ erklärte Hepburn im Fernsehen. „Du gibst es unter deine Haut und es signalisiert dir, dass in deinem Körper chemische Reaktionen stattfinden. Dieses Signal heißt dann, dass du schon morgen Symptome haben könntest.“ Der Vorteil dieser frühdiagnostischen Maßnahme soll dann sein, dass man den Patienten schnell an einen gängigen Dialyse-Apparat anschließen könne, quasi um das Virus aus dem Körper zu „waschen“. 

Die mediale Öffentlichkeit feiert die skurrile Vorstellung und erlaubt sich sogar einen Seitenhieb auf Personen, die seit Jahren vor der Möglichkeit der Einführung von unter die Haut verpflanzten Mikrochips warnen. Wie die „New York Post“ schreibt: „Beruhigt euch, ihr Verschwörungstheoretiker! Sie werden ohnehin nicht über die Impfungen verteilt!“ Auch DARPA bemühte sich in der CBS-Sendung festzustellen, dass es keine Möglichkeit gebe, um Personen zu überwachen oder zu orten. Es sei nur ein simpler Sensor.

Mikrochip-Überwachung: Nur Verschwörungstheorie?

Dennoch dürfte eine derartige Technologie die meisten Kritiker in Alarmbereitschaft versetzen. Denn auch wenn der aktuelle Chip nicht dafür geeignet ist: Ist das Prinzip einmal im Volk etabliert, kann es als „ganz normal“ gelten, sich solche Chips einpflanzen zu lassen. So gibt es in einigen Teilen der Welt längst die Möglichkeit sich seine Bankkarte als RFID-Chip implantieren zu lassen. Weitere „Vereinfachungen“ des Alltags wie diverse Ausweise per Chip könnten folgen. Ehe man sich versieht, wird aus dem Gadget dann eine Pflicht, womöglich sogar unter dem Nachhaltigkeitsargument.

Brisant ist dies vor allem im Wissen, dass die Initiative ID2020 rund um IT-Mogul Bill Gates jedem Weltbürger zeitnah eine digitale Identität verpassen will. In zahlreichen Ländern – auch in Österreich – entwickelt man bereits eine digitale Ausweis-Plattform, auf der irgendwann vom Führerschein bis zum Personalausweis alles hinterlegt sein soll. Im Endausbau könnte sich die saloppe und oft verlachte These, dass „Bill Gates allen einen Mikrochip verpassen will“ über mehrere Etappen bewahrheiten. So mancher als „Spinner“ abgetane Bürger wird dann neue Verschwörungstheorien suchen müssen, weil die alten endgültig alle wahr geworden wären… 

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