Der Feiertag am 15. August: Was gibt’s denn da zu feiern?

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Fest für Gaben der Natur

Der Feiertag am 15. August: Was gibt’s denn da zu feiern?

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Inhalt

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Zwischen Gas-Krise, Kriegspropaganda und neuerlich geschürter Corona-Panik plötzlich ein staatlich verordneter Feiertag (in Österreich und vielen bayerischen Gemeinden): Mariä Himmelfahrt.

Ein Gastkommentar von Dr. Renate Reuther

Was gibt es jetzt zu feiern?

Das Leben natürlich. Nicht so sehr das eigene wie das Große Ganze. Im Kern geht es um die Natur. Die Rituale aus Brauchtum und Volksfrömmigkeit beweisen, dass eine uralte Überlieferung des Dankes und der Freude über die unerschöpflichen Gaben der Natur bis in unsere digital bestimmte Welt überlebt hat. Wir sind aber keine Maschinenwesen, die man genetisch optimieren und digital alle drei Monate updaten müsste. Wir leben wirklich, nicht virtuell. Wir brauchen Wasser, Erde, Licht und Luft um zu existieren. Pflanzen sind die Basis unserer Ernährung. Diese Grundlagen des Lebens werden am 15. August gewürdigt.

Erntedank

Wer noch mit offenen Sinnen lebt, spürt, dass der Sommer seinen Höhepunkt überschritten hat, die Nächte kühler werden, die Tage schon kürzer. Wir sehen die ersten abgeernteten Felder. Unsere keltischen Vorfahren im Noricum oder Bayern zelebrierten jetzt den Übergang zum Herbst: Erntedank. Das Überleben im Winter war noch nicht gesichert, aber die ersten Vorräte vermittelten Hoffnung.

Der große Frauentag

Der 15. August wird auch „großer Frauentag“ genannt: Ein Fest von Frauen für die lebensspendende Mutter Natur und ihre vielen Ausformungen, ob Große Göttin, Demeter, Gaia, Holle oder Percht. Am 15. August werden nach altem Brauch von Frauen Kräuterbüschel und Sträuße mit Heil- und Nutzpflanzen gesammelt und gebunden. Das Pflücken von Blüten, die auf wundersame Weise Fieber senken und Schmerzen lindern können, war unseren Vorfahren ein Hinweis auf die von göttlicher Kraft durchwobene Natur. Daran teilzuhaben war das Ziel der Feiern im August.

Himmelfahrt

Ganz offensichtlich hat dieses alte Brauchtum der Naturverehrung nichts mit dem offiziellen Feiertag zu tun, nämlich der direkten Aufnahme von Maria in den „Himmel“ nach ihrem Tod. Eine Geschichte übrigens, die in der Bibel nirgends steht. Es passt allerdings ganz gut zu der Vorstellung unserer Vorfahren, dass Frau Holle im Himmel wohnt, ihn mit ihrem Wolkenschiff oder einem Sternenwagen durchquert. Sie gestaltet Wind und Wetter und hat damit in der Hand, ob wir eine gute oder eine magere Ernte haben werden. Unsere Vorfahren hielten jetzt inne, um wie an allen Wendepunkten des Sonnenkreises oder an den Zäsuren der Jahreszeiten zu feiern und zu danken.

Feiern wir doch einfach mit!

In letzter Zeit taumeln wir von Krise zu Krise. Wir verlieren den Halt, unsere Kraft schwindet. Umso dringlicher ist es, nach draußen zu gehen.

Einen Spaziergang machen.

Kräuter sammeln.

Ins Gras setzen.

Die frische Luft atmen.

Dem Wind lauschen.

Und abends dann mit lieben Menschen essen und trinken, singen und tanzen, am besten auf einer Wiese unter Bäumen – das wäre doch ein Feiertag, der seinen Namen verdient.

Wir sind immer noch da!

Es braucht nicht viel, nur den Willen zum Glück, dazu den Mut sich den dämonischen Kräften der Zerstörung entgegenzustellen. Der ewige Kreislauf der Natur bestätigt Jahr um Jahr, dass wir Vertrauen haben dürfen: Wir leben noch. Wir haben uns wiederum nicht unterkriegen lassen. Wir sind immer noch da!

Dr. Renate Reuther ist promovierte Historikerin und Sachbuchautorin. Mit dem Buch „Enthüllungen über Holle, Percht und Christkind“ stellt sie mit Forschungen zur Urweihnacht in Europa die gängige Weihnachtserzählung infrage.

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