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Trodat-Trodec-Eigentümerin Ingeborg-Müller-Just mit Wochenblick-Chefredakteur Kurt Guggenbichler.

„Es hätte alles nicht so kommen müssen“, sinniert die neue 75-Prozent-Eigentümerin der Trodat-Trotec-Gruppe Ingeborg Müller-Just. Eigentlich könnte sie sich freuen, weil sie aus dem ihr aufgezwungenen Familienstreit um die Eigentümerschaft als Siegerin hervorgegangen ist. Doch die Wunden, die dieser Zwist gerissen hat, werden wohl nicht so schnell heilen.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler


„Das ist schon schockierend, wenn dich die anderen weghaben wollen“, sagt Ingeborg Müller-Just im Gespräch mit dem „Wochenblick“. Die anderen, das ist die Welser Familie Doppler, der 50 Prozent von Trodat gehörten.

Brachiale Änderungen

Die zweite Hälfte besaß die Familie Just. Diese sollte ausgebootet werden, doch dieser Plan ist gescheitert.

„Noch 2012 haben wir alle gemeinsam den 90. Geburtstag meines Vaters und Firmengründers gefeiert und einige Jahre später ist plötzlich alles anders“, räsoniert Ingeborg. Aber das Leben gehe oft seltsame Wege.

International agierendes Unternehmen

Neue Wege musste nach diesem Eklat auch Trodat-Firmenchef Michael Peduzzi gehen. Seinen Job hat vor wenigen Tagen der 58-jährige Dr. Norbert Schrüfer übernommen, ein früherer Vorstand der Miba AG, der zuletzt für den Innviertler Steckerproduzenten PC Electric gearbeitet hat.

Norbert Schrüfer Trodat-Trotec
Trodat-Trotec-Geschäftsführer Dr. Norbert Schrüfer.

Nun arbeitet Schrüfer für die neuen Eigentümer Ingeborg Müller-Just und die niederösterreichische „In Wind“-Gruppe, die jetzt 25 Prozent an dem international agierenden Welser Stempel-Erzeugungsunternehmen besitzt.

Verhältnis angekratzt

„Es muss niemand Angst um seinen Arbeitsplatz haben“, beruhigt Ingeborg Müller-Just, „es ist genug Geld da, alle Projekte werden realisiert.“ Was nicht mehr so da zu sein scheint nach diesem Familienstreit, ist die Harmonie mit der Doppler-Verwandtschaft. Reden die beiden Familien noch miteinander? „Natürlich reden wir noch miteinander“, sagt Müller-Just, „aber das Verhältnis ist nicht mehr so innig wie früher.“