Beinahe 58 Millionen Wahlberechtigte in Brasilien stimmten für Jair Bolsonaro und wählten ihn damit zu ihrem neuen Präsidenten. In einer Stichwahl besiegte der Kandidat der „Partido Social Liberal“ seinen letzten verbliebenen Konkurrenten, Fernando Haddad (PT), deutlich und konnte rund 55 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Am 1. Jänner 2019 wird Bolsonaro das Amt des Präsidenten des fünftgrößten Staates der Erde antreten.

Für die Mehrheit der Wähler gilt er als Segen und letzte Hoffnung für das 210-Millionen-Einwohner-Land, das tief in der Krise steckt und in einem Tsunami der Gewalt unterzugehen droht. Allein 2017 kam es in dem stark multikulturell geprägten Land zu rund 63.000 gewaltsamen Todesfällen – ein Anstieg gegenüber 2016 (61.619 gewaltsame Todesfälle). Drogen-Kartelle lassen Teile des Landes in einem kriminellem Alptraum versinken!

Er sorgte für Wirbel

Seine Gegner sehen indes in dem rechten Bolsonaro eine „Gefahr für die Demokratie“. Bereits vor dem Wahlkampf hatte der von Medien gerne „Tropen-Trump“ genannte Politiker mit Sagern für reichlich Wirbel gesorgt. So äußerte Bolsonaro unter anderem Sympathien für die brasilianische Militärdiktatur von 1964-1985. Einer Abgeordneten erklärte er, sie sei zu hässlich, um vergewaltigt zu werden!

„Was mir am besten gefällt an Bolsonaro, sind seine Vorschläge zur öffentlichen Sicherheit. In Rio kann man heutzutage nicht mehr vor die Tür gehen, ohne Angst zu haben, überfallen zu werden“, betont indes die Wählerin Leandra Nascimento laut dem „Kurier“. Die Metropole Rio de Janeiro befindet sich laut zahlreichen Medienberichten mitunter im Kriegszustand. Viele brasilianische Städte zählen zu den kriminellsten Orten der Welt.

Klarer Kurs gegen Kriminalität

Die Wähler Bolsonaros erhoffen sich nun Besserung, der Polit-Star verspricht eine Politik der harten Hand. Brasilien könne nicht weiter mit „Sozialismus, Kommunismus, Populismus und linkem Extremismus flirten“. Im Wahlkampf forderte Bolsonaro unter anderem, die Bürger sollten eine Waffe tragen können, um sich gegen die massiv zunehmende Kriminalität zur Wehr setzen zu können.

Zugleich profitierte der neue brasilianische Polit-Star von einer gigantischen Korruptionsaffäre im linken und bürgerlichen Lager. Bolsonaro gilt vielen Brasilianern als einer der wenigen Politiker, der nicht korrupt ist. Außerdem erklärt Bolsonaro laut Medienberichten: „Unsere Regierung wird verfassungstreu und demokratisch sein.“