Nach einem Besuch in einem Elektronikfachhandel wollte eine Schweizerin mit ihrem Vater (63) noch schnell einen Esstisch bei Ikea besorgen. Doch weil sie aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen darf, setzte sie der Möbelriese im Kanton Luzern einfach vor die Tür!

Eine Lungenentzündung ist immer eine schwere Erkrankung. Patienten brauchen nach der überstandenen Krankheit oft Wochen oder gar Monate, bis sich ihre Lunge wieder regeneriert hat. So erging es auch einer 34-jährigen Züricherin, die gerade erst eine -nicht Corona-bedingte – Lungenentzündung hinter sich hatte.

Lungenkranke: Sie dürfen gar keine Maske tragen

Weil ihre Lunge noch angeschlagen ist, kann die Frau keine Mund-Nasen-Schutz-Maske tragen. Sie kann – wie viele Menschen mit Lungenerkrankungen – nicht ausreichend Luft durch die Maske bekommen. Deswegen wurde ihr ein Attest ausgestellt, das sie vom Maske-Tragen befreit.

Diskriminierung trotz Attest

Dem Möbelriesen reichte das Attest jedoch nicht aus. Gleich am Eingang des schwedischen Konzerns fand die Frau gemeinsam mit ihrem Vater den Hinweis vor: „Kein Zutritt ohne Maske“. Dabei fand sich noch der Zusatz: „Das gilt auch für Personen mit Arztzeugnis.“ So musste die Schweizerin ohne den Esstisch wieder nach Hause fahren. Ihr Vater ist entsetzt über die Diskriminierung seiner Tochter. Er wandte sich deswegen an die Schweizer Blick-Zeitung.

Keine Rücksicht für Lungenerkrankte

Ikea bestätigte den Vorfall gegenüber Blick. Es sei für das Möbelhaus nicht umsetzbar, Ausnahmen gelten zu lassen. Die Mitarbeiter hätten nicht die Handhabe, um zwischen echten und gefälschten Attesten zu unterscheiden, so der Konzern. Es zahlt sich für den Konzern wohl wirtschaftlich nicht aus, auf die (vergleichsweise) geringe Anzahl der Lungenerkrankten Rücksicht zu nehmen. Lieber werden sie abgewiesen, anstatt zusätzliches Personal, das notwendig wäre, um die Corona-Auflagen zu erfüllen, ohne Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu diskriminieren, einzusetzen.

Fallen sie durch den Rost?

Für Lungenkranke ergibt sich daraus eine sehr schwierige Situation. Sie müssen sich entscheiden: tragen sie dennoch eine Maske und gehen dadurch das Risiko ein, eine weitere Schädigung bis hin zu einer lebensgefährlichen Atemnot zu erleiden, oder verzichten sie zukünftig auf Notwendigkeiten des Alltags, wie das Einkaufen von Möbelstücken?

Maskenpflicht: Kunden rasteten aus

Der Ikea-Sprecher gestand gegenüber Blick ein, dass die absolute Maskenpflicht bereits zu Eskalationen in den Filialen führte. So habe es bereits Tränen gegeben, weil Mitarbeiter von Kunden, die keine Maske tragen wollten, „verbal aufs gröbste attackiert wurden“. So sind es letztlich vor allem die Mitarbeiter, die den Frust über die diskriminierende Regelung ausbaden müssen, während sich der Konzern schadlos hält.