Erzbischof Carlo Maria Viganò hat US-Präsident Donald Trump in einem offenen Brief unterstützt und darin vor den Machenschaften des Tiefen Staates und der Tiefen Kirche gewarnt. Trump freute sich über das Schreiben und twitterte: Er fühle sich von diesem „unglaublichen Brief“ sehr geehrt. „Ich hoffe, jeder, ob gläubig oder nicht, liest ihn “.

Von Kornelia Kirchweger

Tiefer Staat will Trump stürzen

In seinem bemerkenswerten Brief appellierte der Erzbischof, ein erklärter Gegner von Papst Franziskus, an US-Präsident Donald Trump, seinen Kampf für das Gute fortzusetzen. Er beklagte die überzogene Einschränkung der Bürgerrechte in der Corona-Krise und betrachtet die aktuellen, global organisierten Ausschreitungen als Versuch, eine Wiederwahl von Trump zu verhindern, um einen Vasall des Tiefen Staates an seine Stelle zu setzen. Die Mehrheit der „Guten“ müsse aus ihrer Trägheit erwachen und es ablehnen, von einer Minderheit unehrlicher Menschen getäuscht zu werden.

Bankrotten Vatikan saniert

Viganò ist eine umstrittene Persönlichkeit innerhalb der Kirche. Als Generalsekretär im Vatikan-Staat reparierte er zwischen 2009 und 2011 die angeschlagenen Finanzen und wandelte das Defizit in einen Überschuss um. Er stand vielen Dingen im Vatikan sehr kritisch gegenüber und nahm sich kein Blatt vor den Mund. U.a. sprach er Korruption und immer wieder auftauchende und vertuschte Missbrauchsfälle seitens hoher Kirchenvertreter an. 2011 wurde er – gegen seinen Willen – als Apostolischer Nuntius in die USA versetzt, wo er bis 2016 blieb. 

Schlüsselrolle bei Vatikan-Leaks

Nur wenige Monate nach seiner „Versetzung“ in die USA brach der Vatikan-Leaks-Skandal los. Ein italienischer Journalist publizierte Briefe, in denen Viganò von angeblicher Korruption berichtete. In einem späteren Buch ging der Journalist im Detail auf die Machtkämpfe innerhalb des Vatikans ein. Ebenfalls auf finanzielle Machenschaften von Papst Beneditkt XVI, der u.a. angeblich Schmiergeld für Audienzen genommen haben soll. Die Affäre führte zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI im Februar 2013. 

Ruf nach Papst-Rücktritt 

Papst Franziskus folgte ihm. 2018 richtete Erzbischof Viganò ein 11seitiges Schreiben an Papst Franziskus: Darin beschuldigte er den Papst, Vorwürfe von sexuellem Missbrauch gegen einen hohen Kardinal zu vertuschen und forderte den Rücktritt von Franziskus. Das Schreiben ließ erneut die Wogen in der Kirche hoch gehen. Mit seinem aktuellen Brief an US-Präsident Trump sorgte Viganò erneut für Aufregung.