Noch im Jänner machten sich die Mainstreammedien über US-Präsident Donald Trumps Befriedungspläne im Nahen Osten lustig, wiesen sie von der Hand oder erklärten sie für unmöglich. So bezeichnete der Spiegel Trumps Bestrebungen, den Konflikt zwischen Israel und Palästina beseitigen zu wollen als „Faules Friedensangebot“.

Dabei vermochte es Trump innerhalb weniger Monate, einen historischen Meilenstein für die Befriedung des Nahen Ostens zu erreichen. Wie er jüngst in einer Pressekonferenz bekanntgab, erwartet sich Trump durch die Befriedung auch eine Verbesserung der Situation für die christlichen Minderheiten in den Regionen.
In seinen Verhandlungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten habe er vehement auf die Situation der Christen aufmerksam gemacht und eine Verbesserung gefordert.

Die VAE stehen auf dem Weltverfolgungsindex der Hilfsorganisation „Open Doors“ auf Rang 47 der 50 Länder, die Christen am stärksten diskriminieren.

Erster Golfstaat in Diplomatie mit Israel

Seit seiner Ankündigung im Jänner konnte der Präsident bereits große Fortschritte erzielen. Nach 49 Jahren werden nun erstmalig volle, diplomatische Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen.
Die VAE sind der erste Golfstaat, der diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Man werde auch gegenseitig Botschaften einrichten, gab Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu bekannt. Neben der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen erklärte sich Israel im Zuge des Pakts auch bereit, von der geplanten Annexion des Westjordanlands vorerst abzusehen. Ein komplettes Abrücken von den Annexionsplänen scheint für Netanyahu indes nicht in Frage zu kommen.

Palästinenser reagieren erzürnt

israel_fahne
Symbolbild

Durch Trumps Diplomatie steht das Machtgefüge im Nahen Osten vor einer Neuordnung.
Die Palästinenser reagierten erwartungsgemäß erzürnt und zogen unmittelbar nach Bekanntgabe des diplomatischen Bündnisses mit Israel, ihren Botschafter aus den Emiraten ab, wie Außenminister Riad Malki bekanntgab. Das Palästina-Problem rückt zunehmend in den Hintergrund, der Hisbollah fehlt durch die Vereinbarung nun ein wesentlicher Verbündeter im Kampf gegen Israel, die islamische Allianz scheint durch Trump zerrüttet. Sie muss nun stärker auf den Iran vertrauen.

Weltweite Hoffnung auf Lösung des Nahost-Konflikts

UN-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßte die historische Friedensvereinbarung hingegen. Er sehe darin eine Gelegenheit für Verhandlungen der Regierungen Israels und der Palästinenser, an deren Ende eine Zweistaatenlösung stehen könnte.

Diese stellte auch der Außenminister der VAE, Anwar Gargasch in Aussicht. Die Aussetzung der Annexion der Westbank sei eine „neue Chance zur Wiederbelebung des Friedens“, das Abkommen könne letztlich den Nahost-Konflikt lösen.

Mainstream schweigt

Obwohl weltweit Hoffnung auf die Lösung des Nahost-Konflikts besteht, übten sich die meisten Medien in betretenem Schweigen. Ein Narrativ, in dem der republikanische US-Präsident als Friedensstifter wirkt, scheint für westlichen Eliten, die ihre Partner aktuell stärker in den US-Demokraten sehen, undenkbar.

Nachschau: Trump präsentiert den Friedensvertrag