Liest man in Mainstream-Medien auf beiden Seiten des Atlantiks, könnte man meinen, Jesus wäre auf die Erde gekommen und hätte höchstpersönlich den Teufel aus der Welt getrieben.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Den zum rechnerischen Wahlsieger erklärten Joe Biden stellen sie als Heilsbringer dar – die angekündigte Rückkehr zur Pflege des Bildes der USA als Weltpolizei blenden sie wie bei Obama geflissentlich aus.

Gegen Trump heiligt der Zweck die Mittel?

Man stilisiert ihn zum Staatsmann, den der „Spiegel“ am Cover jenen Kopf wieder auf die Freiheitsstatue setzen lässt, den das Blatt 2017 als von Trump als blutig abgeschnitten wähnte. Wie der mögliche Sieg zustande kam, ist sekundär, heiligt doch der Zweck die Mittel.

So ließ Twitter jeden Hinweis des Amtsinhabers auf mögliche Ungereimtheiten bei den Briefwahlstimmen rigoros ausblenden. Jeder Zweifel, dass der schnöde Biden etwa das 28 Jahre lang stabil republikanische Georgia gedreht haben will, wird als vermeintliche Verschwörungstheorie niedergekeift.

Vier Jahre lang aufrechten Widerstand geleistet

Traurig sind sie nur, dass sie den ungeliebten Widersacher nicht schon vor dem 20. Jänner aus dem Weißen Haus jagen können. Seine ganze Amtszeit lang schwafelten sie alle von Wahlbetrug –nun soll die Anrufung der Gerichte hingegen den Beweis erbringen, dass Trump ein schlechter Verlierer sei.

Muss er das Weiße Haus tatsächlich verlassen, geht er aber nicht als geprügelter Hund, sondern als stolzer Held unzähliger Amerikaner, der den Eliten vier Jahre unermüdlich Paroli bot. Ich ziehe meinen Hut!