Am Mittwoch klickten erneut die Handschellen. Das Räuber-Paar aus Russland hatte es zu fragwürdiger Berühmtheit gebracht, als es ihnen gelang, in der Nacht auf den 28. Juni aus der Haftanstalt Garsten ausbrachen. Der Ausbruch konnte als besondere Verhöhnung des österreichischen Strafvollzuges gesehen werden. Die Verbrecher machten vor der Flucht sogar ein Selfie aus ihrer Zelle.

Es war eine besonders unrühmliche Episode in der Geschichte der Haftanstalt Garsten. Ein 29-jähriger Tschetschene und ein 35-jähriger Russe, beide wegen schweren Raubes verurteilt, bohrten mit Löffeln ein Loch in die Betondecke ihrer Zelle. Bevor sie türmten, machten sie mit einem eigentlich verbotenen Mobiltelefon ein Selfie. Dann kletterten sie aufs Dach, von wo aus sie sich 14 Meter tief abseilten. Eigentlich hätten sie noch mehrere Jahre abzusitzen gehabt. Der Ausbruch erfolgte gegen 23:00 Uhr, entdeckt wurde er erst in den Morgenstunden.

Zwei weitere schwere Jungs verhaftet

Seither liefen intensive Zielfahndungsermittlungen der Zielfahndungsgruppe des Landeskriminalamts Oberösterreich in enger Zusammenarbeit mit der Justizanstalt Garsten und dem Landesgericht Steyr. In einem Asylheim in Wien versuchten Polizisten mit einem möglichen Bekannten der beiden Russen Kontakt aufzunehmen. Dabei wurden zwei weitere Russen festgenommen, ein 19-jähriger und ein 20-jähriger. Gegen ersteren war ein Haftbefehl aufrecht, der zweite ist ein flüchtiger Gefangener aus der Justizanstalt Krems, der dort ebenso wegen vielfachen Raubes einsaß.

Zugriff in Wien

Schließlich konnten die beiden Gesuchten am 18. September durch ein Einsatzkommando der Cobra in Wien festgenommen werden. Bei der Festnahme wurde auch eine scharfe Faustfeuerwaffe mit zwei gefüllten Magazinen gefunden und sichergestellt. Die beiden Männer wurden wieder in der Justizanstalt Garsten untergebracht – diesmal in getrennten Zellen und unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen.