Wenn Obama am Sonntag (24. April) in Hannover die Messe besucht, wird er sich auch für das Freihandelsabkommen TTIP stark machen, das genauso polarisiert wie der Präsident.

Sind europäische Qualitätsstandards gefährdet?

Zahlreiche Demonstrationen sind für den Ankunftstag am Samstag geplant, daher wird jede Straße überwacht. Es gibt genaue Kontrollen und die Bewohner sind aufgefordert, den Fenstern fern zu bleiben, wenn die Präsidenten-Limousine vorüber rollt. Die größte Demo richtet sich gegen TTIP, das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Der Handel zwischen den beiden Kontinenten soll dadurch wesentlich erleichtert werden und die Profite für alle Beteiligten sollen enorm steigen, vor allem für die Konzerne. Darin sehen viele Menschen eine enorme Gefahr, weil durch TTIP europäische Qualitätsstandards abgeschafft werden, weshalb sie am Samstag nicht nur in Hannover dagegen demonstrieren werden.

Linzer Landstraße: Demo am Samstag

Das obligatorische, verseuchte Chlorhühnchen wurde längst zum Symbol für US-amerikanische „Lebensmittel“, die bislang in Europa verboten waren. Mit dem TTIP-Abkommen könnte das bislang noch Unerlaubte legalisiert werden. Das würde die Produktion der heimischen Bauern, die auf Qualität und Nachhaltigkeit hin aufgebaut ist, massiv gefährden. TTIP würde in Europa auch tausende Arbeitsplätze gefährden.

Das zumindest ist die Auffassung jener Demonstranten, die ihrem Unmut über das geplante TTIP-Abkommen am Samstag nicht nur in Hannover Luft machen werden, sondern auch in Linz auf der Landstraße. Obama und Merkel wollen mit TTIP „sicherstellen, dass nicht Länder wie China die Regeln unserer globalen Wirtschaft festlegen, sondern die Vereinigten Staaten.“ Und genau darum geht es: Um die US-Vormachtstellung auf der Welt, und zwar um jeden Preis.