Der Prozess, der heute am Wiener Landesgericht seinen Abschluss fand, brachte erschütternde Details zutage. Die Beziehung der 16-Jährigen zu einem 17-jährigen türkischstämmigen Jugendlichen war von brutaler Gewalt geprägt. Aus Eifersucht verprügelte er das Mädchen regelmäßig. Nach einem besonders schweren Übergriff beendete sie die Beziehung. In Folge stach der streng Islamgläubige in Wien-Floridsdorf 50 Mal mit dem Messer auf sie ein. 

Von Willi Huber

Der größte Skandal an der Geschichte ist, wie die Mainstream-Medien damit umgehen. Weder der strenggläubige religiöse Hintergrund des Täters noch seine Herkunft sind irgendwo ein Thema. Es war wieder einmal „ein Mann“, „ein Jugendlicher“, „ein Jähriger“. Dabei verlief die Tat nach einem Schema, das seit einigen Jahren immer wieder Opfer fordert. Das Motiv: Eifersucht und primitives Besitzdenken. Wie durch ein Wunder überlebte die Teenagerin den versuchten „Ehrenmord“. Als sie die Beziehung zu dem türkischstämmigen einging, war sie 14 Jahre alt.

Messer tief in den Schädel getrieben

Am 27. Februar „rächte“ sich der türkischstämmige Jugendliche für die seiner Meinung nach erlittene Schmach der Abfuhr durch ein Mädchen, das er zuvor monatelang unterdrückt und schwer verprügelt hatte. Mit einem Messer stach er 50 Mal mit brutalster Gewalt auf sein Opfer ein. Mit einem Stich trieb er ihr die Klinge durch den rechten Augapfel tief in den Schädel. Sie verlor ihr Auge. Ein anderer Stich reichte vom Oberarm bis zur Schulter. Jeder der Stiche wurde mit maximaler Wucht ausgeführt. 15 Stiche trafen das Gesicht, 18 den Schädel. Dabei wurde die Schädelbasis schwer verletzt. Auch zwei Finger der Hand, mit der sie sich schützen wollte, wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen, nahezu abgetrennt. Sie werden nie wieder beweglich sein. Die Tat wäre „an Brutalität kaum zu übertreffen“ erklärte auch die Staatsanwaltschaft.

Wie durch ein Wunder überlebt

Nach „vollbrachter Tat“ erklärte der türkischstämmige seiner Ex-Freundin, sie möge ihn nicht bei der Polizei melden – dann ergriff er die Flucht. Tatort war der Eingang zur elterlichen Wohnung des Mädchens, wohin er sie nach der Schule verfolgt hatte. Wie durch ein Wunder konnte das Mädchen nicht nur selbst die Polizei rufen, sie überlebte auch die schweren Verletzungen, obwohl ihr die Ärzte so gut wie keine Chancen einräumten. Ihr Glück soll auch gewesen sein, dass die Tatwaffe „nur“ acht Zentimeter lang gewesen sei. Ein Teil davon brach ab und blieb in ihrem Schädelknochen stecken.

Schreckliches Gewalt-Martyrium im Vorfeld

Der Tat ging ein monatelanges Martyrium voraus. Nachdem der Peiniger dem Mädchen bei einer der Prügelaktionen brutal ins Gesicht getreten hatte, musste sie drei Tage lang im Krankenhaus stationär behandelt werden. Der Grund: Sie habe nicht schnell genug auf Handy-Nachrichten reagiert. Zuvor setzte es regelmäßig Schläge, weil sich die Österreicherin nicht an seine streng moslemische Vorgaben halten wollte: Er verbot ihr bauchfreie Kleidung und kurze Röcke. Sie musste ihr Handy kontrollieren lassen und durfte nicht mit anderen Männern sprechen. Besuche im Schwimmbad waren verboten. Seit Herbst 2018 wurde sie Woche für Woche schwer verprügelt. Doch auch nach der Kopftritt-Aktion sprach die Polizei kein Betretungs- und Kontaktverbot gegen den Gewalttäter aus.

Zuvor haben wieder alle nur zugesehen

Das Urteil für den versuchten Mord: 10 Jahre Haft und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Die Gesellschaft wird sich irgendwann der Frage stellen müssen, weshalb man diese Tat nicht im Vorfeld verhindern konnte. Es waren alle Anzeichen da, dass es zum Äußersten kommen könnte, schwere Gewalt war aktenkundig. So schickte der brutale Schläger eine Whatsapp-Nachricht und kündigte damit die Tat vorab an: „Messer rein, Messer raus, Messer rot <Name des Mädchens> tot.“ Dennoch wurde von allen Seiten ein weiteres Mal so lange zugesehen, bis es zu spät war. Das Opfer wird den Rest seines Lebens mit den psychischen und physischen Folgen zurechtkommen müssen.

Skandal: Verschleiern der Hintergründe

Das Verschleiern bzw. Verschweigen der Hintergründe durch alle etablierten Medien (wie Krone, ORF) muss blanker Hohn für das Opfer sein, aber auch für alle anderen Frauen, die unter der Gewalt von Männern leiden, die ihre Partnerinnen für ihren Besitz halten. Bereits im Februar waren alle Medien bemüht, den Täter als Österreicher darzustellen (siehe salzburg24). Nur der Wochenblick berichtete vom ersten Moment an vollständig. Vor Gericht war auch ein investigativer Reporter von „Fass ohne Boden“ anwesend und lieferte brisante Details.