Wochenblick

Türken-Schock: Erdogan will die Atombombe

Anfang September ließ Türken-Präsident Erdogan aufhorchen. Es wäre inakzeptabel, „dass manche Länder über Atomraketen verfügen und die Türkei nicht“. Der autokratische Herrscher, der sein laizistisches Land zurück in Richtung einer islamischen Religionsdiktatur führt, droht immer wieder mit dem Einmarsch in Nachbarländer. Während linke Medien stets betonen, wie böse und gefährlich europäische Staatschefs wären, die sich nicht der Masseneinwanderung unterwerfen, hört man bei Erdogan aber nur selten bis nie Kritik. Wird sich das nun ändern?

Ein Kommentar von Willi Huber

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Der NATO-Partner Türkei ist seit langem ein Stützpunkt für US-Atomwaffen. Darüber verfügen durfte Erdogan freilich nie. Die bekannteste NATO-Militärbasis in der Türkei ist Incirlik. Dort lagern geschätzt etwa 50 B61 Atomwaffen der Vereinigten Staaten. Selbst vor diesem Stützpunkt machte Erdogan in der Vergangenheit nicht halt. Während des angeblichen Putschversuches im Jahr 2016 berichteten viele internationale Medien, dass die Basis von türkischen Einheiten umstellt und abgeriegelt wurde. Deutschland dementierte, man hätte die Basis selbst abgesperrt. Dies widersprach der Darstellung des US-Konsulates, welches amerikanischen Staatsbürgern mitteilte, dass die türkischen Behörden den Zugang zur Basis untersagt und die Stromversorgung unterbrochen hätten. Später wurde bekannt, dass General Bekir Ercan Van, Kommandant der NATO-Basis, verhaftet wurde.

Türkei will waffentechnisch autark sein

Man stelle sich vor: Eine massive Krise um eine NATO-Atomwaffenbasis – und die Welt sah zu, die Mainstreampresse schwieg weitestgehend oder versteckte die Nachricht verschämt in die hinteren Absätze ihrer Berichterstattung. Eben so leise berichtet die Weltpresse, wenn Erdogan Israel als „Terror- und Besatzungsstaat“ bezeichnet und Drohungen aller Art ausspricht. Auch einen Einmarsch nach Syrien drohte Erdogan immer wieder an. Die Türkei rüstet seit 2005 massiv auf. Panzer, Kampfhubschrauber und Kriegsschiffe werden vor Ort hergestellt. Bis zum Jahr 2023, so verkündete Erdogan im Vorjahr, soll die Türkei waffentechnisch autark sein – also keine Waffen aus dem Ausland mehr zukaufen müssen. Offenbar völlig arglos wird die Türkei dabei von Waffenherstellern aus der ganzen Welt unterstützt. Beispielsweise hilft Deutschland beim Bau von U-Booten. Was Erdogan mit seinen zehn neuen Landungsschiffen plant, wurde hingegen noch nie öffentlich hinterfragt.

Atomare Zusammenarbeit mit Pakistan

Jetzt will Erdogan auch Atomwaffen. Nicht als NATO-Partner sondern selbst gefertigt, unter eigenem Kommando. In seiner Rede Anfang September behauptete Erdogan, die derzeitigen Atommächte wollen der Türkei verbieten, Raketen mit atomaren Sprengköpfen zu beschaffen. „Bisher saßen wir mit den USA am Tisch, jetzt sitzen wir mit Russland zusammen, und morgen setzen wir uns vielleicht mit China hin“, sagte er. Eigentlich hat sich die Türkei in mehreren internationalen Verträgen zum Verzicht auf Atomwaffen verpflichtet. Es sind dies der Atomwaffensperrvertrag von 1980 und der Vertrag über das Verbot von Atomtests von 1996. Erdogan erklärte nicht, wie die Türkei an Atomwaffen gelangen will. „Derzeit treiben wir unsere Arbeiten voran“, erklärte er diesbezüglich. Beobachter vermuten, dass eine Zusammenarbeit mit der islamischen Atommacht Pakistan angestrebt wird.

Türkei unterwandert deutsche Behörden

Bereits 2014 wurde bekannt, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst BND in der Türkei Aufklärungsarbeit betrieb. Der Hauptgrund war schon damals, dass man ein türkisches Atomwaffenprogramm befürchtete. Es gab Indizien von Brennstäben bis zu atomwaffentauglichen Mittelstreckenraketen. Schon damals war von einer Kooperation mit Pakistan die Rede. Im Gegenzug ist es kein Geheimnis, dass der türkische Geheimdienst MIT deutsche Behörden unterwandert. Von Polizei über das Militär über den Verfassungsschutz bis in die Geheimdienste. Ob Deutschland bei der merkelschen Toleranzdoktrin in der Lage ist, dies abzuwehren, darf durchaus hinterfragt werden. Auf politische Kommentare zu Erdogans Ambitionen wartet man momentan vergebens. Ein Kommentar von Angela Merkel ist nicht bekannt, ebensowenig hat der Grüne Präsident Österreichs bislang Zeit gefunden, seine Besorgnis zu äußern.