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Sehr viele Netz-Nutzer empörten sich über den Freispruch für die Asylwerber.

Nach dem „Skandal-Urteil“ von Tulln gehen nicht nur im Netz – sondern in ganz Österreich – die Wogen seit Tagen hoch. Auch unzählige „Wochenblick“-Leser äußern ihren Unmut, verlieren teils ihren Glauben an die Justiz.

Die beiden Beschuldigten Asylwerber wurden „in dubio pro reo“ – im Zweifel für die Angeklagten – freigesprochen. Der Schöffensenat, bestehend aus zwei Berufsrichtern und zwei Laienrichtern, stimmte mit zwei Stimmen für eine Verurteilung und mit zwei dagegen („Wochenblick“ berichtete).

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Ernsthaft einvernehmlicher Sex?

Und das, obwohl es von einem Sachverständigen objektivierte Beweisergebnisse gab, die der Täterversion von einvernehmlichen Sex widersprachen. Auch der Vertreter des Opfers sprach gegenüber „Wochenblick“ von einem „schwer nachvollziehbaren“ Urteil.

Österreicher sind entsetzt

Schwer nachvollziehbar ist das Urteil auch für die vielen Bürger, die den Prozess und die Urteilsfindung mitverfolgt haben. „Wochenblick“-Leser haben hier eine klare Meinung: Christa K. spricht etwa von einem „Skandal sondergleichen“.

Auch Kritik an den Schöffen wird laut. Karl S. appelliert etwa an ihr Gewissen:

Isolde F. fragt entsetzt, ob die Richter auch so geurteilt hätten, wären es ihre eigenen Kinder gewesen:

Keine Drogen, aber Traumatisierung

Die erschreckenden Details zum Fall: Sowohl die Verletzungen des Opfers am Rücken, im Oberschenkelbereich und an der Lippe wurden vom Sachverständigen registriert und objektiviert. Auch wurde die Traumatisierung des Opfers eindeutig festgestellt:

Eine Traumatisierung rührt ja nicht von einem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr her, sondern von einer Ausnahmesituation.“

Experte: Widersprüche bei Opfern typisch

Entgegen mehrerer Medienmeldungen, die den Fall in Zusammenhang mit Drogenkonsum bringen möchten, gebe es auch hierfür keinen Beweis. Weder in den Haaren noch in dem Blut des Mädchens hätten auch nur geringste Spuren des Cannabis-Wirkstoffes THC nachgewiesen werden können. „So, dass ein Drogenkonsum vollkommen auszuschließen ist“, bekräftigt der ehemalige Volksanwalt Stadler.

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Der Ex-Politiker und Anwalt des Opfers Ewald Stadler hilft dem gepeinigten Mädchen.

Opfer leidet furchtbar

Die Zweifel, die der Schöffensenat angab, beriefen sich auf Widersprüche in den fünf Einvernahmen, in die sich das Mädchen verstrickt habe. Der Gutachter, der Psychologe und Psychotherapeut Professor DDr. Giacomuzzi gab jedoch an, dass dieses Verhalten für Traumatisierungsopfer aufgrund der Verdrängungsprozesse typisch wäre. Ein absolut gleiches Wiederholen der Geschichte in allen fünf Einvernahmen würde im Gegenzug das Opfer eher unglaubwürdig werden lassen.

Zum Vorwurf der Kuscheljustiz bezieht Stadler nur indirekt Stellung, insbesondere zum Urteil des Schöffensenats. Aufgrund seiner Aussage lässt sich aber vermuten, wie die Abstimmung zustande vielleicht zu Stande kam: „Ich kenne beide Berufsrichter, das sind sehr verständige, sehr erfahrene Richter und sehr gute Juristen. Mehr will ich zu der Entscheidung im Schöffensenat nicht mehr sagen.

Asylanten untergetaucht?

Das ist aber noch nicht alles: Wie „oe24“ weiter berichtet, sollen die Asylanten – wie von vielen befürchtet – bereits untergetaucht sein. Niemand weiß, wo sich die beiden aufhalten.

Außerdem soll gegen einen der Beschuldigten – den Somalier –bereits seit 2017 ein Asyl-Aberkennungsverfahren laufen. Er war also nur noch subsidiär Schutzberechtigter!

Minderjähriger sexuell belästigt

Er soll laut „Kronen-Zeitung“ außerdem in der Haft eine weitere Sex-Attacke gegen einen Minderjährigen begangen haben. Die weitere Entscheidung liegt jetzt beim Obersten Gerichtshof (OGH), der über die Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft entscheiden muss. Ob die beiden bei einem möglichen Schuldspruch in einem etwaigen Neuprozess gefasst werden könnten, ist unklar.