Tumulte auf den Griechen-Inseln Lesbos, Chios und Samos: in nur wenigen Stunden sind heute rund 700 Migranten aus der Türkei auf Schlepperbooten gelandet. 340 davon allein auf Lesbos.

Den Einheimischen reicht es jetzt: sie blockierten die Zufahrten zu den Migranten-Camps, attackierten NGO-Leute und hielten den UNO-Vertreter, sowie Journalisten fest.

Die Menschenschmuggler verdienen gut – bis zu 2.000 Euro pro Boot für eine Überfahrt aus der Türkei. Besonders interessant: die meisten der Ankömmlinge sind aus Afrika. Sie lebten angeblich seit Monaten in und um Istanbul. Vor drei Tagen teilte man ihnen mit, sie sollen sich zur Abreise nach Europa bereit machen.

Blockade von Küstenwachschiff

Die Inselbewohner von Lesbos blockierten den Hafen von Thermi und ließen die Migranten nicht von Bord des Küstenwachschiffes gehen. Das Schiff bewegte sich dann in unbekannte Richtung weiter. Ein Video zeigt, wie wütende Insel-Bewohner auf NGO-Leute losgehen und ihre Kameras ins Meer werfen.

Aufgebrachte „Widerständler“ hielten auch den Leiter des UNHCR-Büros von Lesbos fest, ebenso internationale (Photo)Journalisten und einen Stadtrat von Mytilene, der dazwischen gehen wollte.

Bürgermeister: 5.000 Migranten müssen sofort weg

Der Bürgermeister von Mytilene, der Haupt- und Hafenstadt von Lesbos sagte jetzt: „Diese Schande muss aufhören“. Er verlangte, dass zwei Schiffe sofort 5.000 Migranten von Lesbos wegbringen. Auf zwei weiteren Schiffen sollen ab nun ankommende Migranten identifiziert und ihre Ansuchen um Asyl abgewickelt werden. „Wir sind darauf vorbereitet um jeden Preis die Ordnung für unsere Bürger und Mytilene aufrechtzuerhalten“.

Schließung der Stadtgrenze zur Insel-Hauptstadt

Die Stadtgrenze zu Mytilene ist auf Anweisung des Bürgermeisters quasi geschlossen. Er will vor allem verhindern, dass weitere Migranten nach Moria gebracht werden. Aufgebrachte Einheimische blockierten am Sonntagnachmittag die Zufahrtsstraßen zu den Migranten-Empfangszentren Moria, Panayiouda und Larsos.

Sie ließen Küstenwachen-Busse mit Migranten nicht durch. Seit Wochen kommt es auf den fünf Migranten-Inseln Lesbos, Chios, Samos Kos und Leros zu heftigen Protesten gegen die Pläne der Athener Regierung, die dortigen Migranten-Camps zu vergrößern. Wochenblick berichtete.