Derzeit ergibt sich eine hitzige Debatte rund um die Seilschaften von im Rundfunk als „unabhängig“ verkauften „Experten“. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Wiener Politologin Natascha Strobl und deren Kontakt zum harten linken Rand. 

Am Anfang stand ein angeblicher Enthüllungsbericht einer NDR-Journalistin für das Format „Panorama“. Demnach sei ein Bundeswehr-Offizier angeblich „rechtsextrem“, weil er drei „Likes“ auf Beiträge im neurechten Spektrum gab, unter anderem für das Buch eines französischen Bestseller-Autors, das beim rechtsintellektuellen Antaios-Verlag erschien. Daraufhin drehte ein Kolumnist der Welt den Spieß um und wendete die Logik auf die von der ARD als Expertin zitierte Strobl an.

Journalist deckte Verbindungen zu Autonomen auf

Dabei deckte er auf, in welchem weit linken Sumpf sich die vermeintlich „unabhängige“ Rechtsextremismus-Expertin bewegt. Die Frau, früher parlamentarische Mitarbeiterin einer SPÖ-Ex-Stadträtin und Sprecherin jener „Offensive gegen Rechts“, die an der Organisation der in schweren Gewaltexzessen mündenden Demonstrationen gegen den Wiener Akademikerball beteiligt war, hielt nämlich regelmäßige Vorträge bei der Antifa. Schon ihr Twitter-Profil zeigt sie und ihren Ehemann vor einem Antifa-Graffiti in Wien.

Über diese Vorgänge berichtete der „Welt“-Kolumnist Don Alphonso – und leistete damit ganze Arbeit. Die gesamte linke Blase war nun empört und solidarisierte sich mit Strobl. Als sie anonyme Drohungen erhielt, nützten sie dies gleich, um sie gegen weitere Kritik zu immunisieren. Das ging so weit, dass ein NEOS-Mann aus Traun einen Shitstorm und eine Rüge der eigenen Partei bekam, weil er sie als „linksextreme Hetzerin“ bezeichnete und darauf hinweis, dass sie ihre eigene Medizin zu spüren bekäme.

Standardwerk erschien bei linksradikalem Verlag

Tatsächlich sind die Enthüllungen des „Welt“-Journalisten allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Denn Strobl ist nicht irgendwie an den linken Rand gerutscht. Bereits jenes Standardwerk über die Identitären aus dem Jahr 2014, das sie bekannt machte, brachte sie beim offen linksradikalen Unrast-Verlag heraus, der früher in Verfassungsschutz-Berichten auftauchte und dessen erste Publikation einst ein „Antifa-Kalender“ war.

Zumindest ein Fall ist bekannt, bei dem Strobl ihr Buch mit einer Widmung versah, die von Linksextremisten als Aufforderung verstanden werden könnte: „Im Zweifelsfall eignet sich dieses Buch zum Entglasen von Geschäften“. Angesichts des leichten Gewicht ihres Pamphlets zwar wahrscheinlich eher eine satirische Bezugnahme ist der Zeitraum interessant – denn damals war Strobl noch OGR-Sprecherin. Wochenblick berichtete bereits im Vorjahr über die fragwürdigen Aktivitäten der allseits hofierten Frau.

Als neutrale Wissenschaftlerin präsentiert

Diese schiefen Optiken halten Fernsehsender in Deutschland und Österreich aber nicht davon ab, Strobl als angeblich unparteiische Expertin zu bringen. Sowohl der ORF als auch Puls24 luden die umstrittene Politologin, die dereinst sogar in der liberalen Partei NEOS eine Art Wegbereiterin des Rechtextremismus sah, bereits zu Expertisen und Talkrunden ein.

Den tatsächlichen Dialog mit den von ihr als „rechtsextrem“ gebrandmarkten Leuten lehnt sie wiederum vehement ab. Dass ihre Auftritte fließend zwischen radikal linken Milieu und dem Anschein der Seriosität wandeln zeigt auch ihr Auftritt bei der „Rosa-Luxemburg-Konferenz“ der „Jungen Welt“ im Jahr 2016. Das marxistische Blatt gilt laut deutschem Verfassungsschutzbericht desselben Jahres als „bedeutendstes und auflagenstärkstes Printmedium in Linksextremismus“.

Expertin am linken Rand ist kein Einzelfall

Auch dass angebliche Rechtsextremismus-Experten selbst über eine radikal linke Vita verfügen ist keine Neuigkeit. So gilt der frühere kommunistische Studentenfunktionär und Studien-Abbrecher Andreas Peham ebenso als „neutraler“ Forscher wie die einstige KPÖ-Kärnten-Spitzenkandidatin Judith Goetz. Nicht viel anders in Deutschland, von Hajo Funke über Robert Andreasch bis Matthias Quent sind oder waren viele „Experten“ zeitlebens bestens in der ausgewiesen linken Szene vernetzt.

Radikale Vergangenheit auch bei TV-Journalisten

Nicht, dass der linke Marsch durch die Institutionen aber nur auf Expertenseite existiert. So begann etwa der deutsche WDR-Moderator Georg Restle seine Karriere bei einem linksradikalen Piratenradio in Freiburg. In Österreich war der langjährige ORF-Journalist Raimund Löw einst Mitglied der „Gruppe revolutionärer Marxisten“ – die Übergänge zwischen respektablem Auftritt und dem politischen Rand sind auf der linken Seite fließend.

Extremismus-Vorwurf als Katapult

Im Fall Strobls hat das Ganze allerdings eine zusätzliche Dimension – unter anderem wegen ihrer Pionierarbeit über eine damals völlig unbekannte Gruppe, die allerdings keine tiefgreifende Feldforschung beinhaltete. Zahlreiche unverdächtige Experten wie Armin Pfahl-Traughber schreiben von ihr ab und sogar das heimische BVT bezieht sich in seinen Einstufungen auf das Buch, an dem Strobl mit zwei anderen Autoren schrieb.

Das Resultat ist dann, dass auch im eigenen Lager polarisierende, aber programmatisch gewaltfreie und somit nach BVT-Definition eigentlich nicht rechtsextreme Gruppen den Extremismus-Stempel bekommen. In Deutschland gehen die Folgen mittlerweile so weit, dass auch Bürgernetzwerke, AfD-Teilorganisationen und unabhängige Thinktanks plötzlich aufgrund einer Art „Kontaktschuld“ mit denselben sich im Visier des Inlandsgeheimdienstes finden.