Die afroamerikanische Juristin Kristen Clarke soll bei einer Machtübernahme von Joe Biden die mächtige Menschen- und Bürgerrechtssektion im US-Justizministerium leiten. Nun mehren sich die Zweifel an ihrer Qualifikation – sie soll sich nämlich in ihrer Studienzeit massiv rassistisch gegen Weiße geäußert haben.

Zu diesem Schluss kommt unter anderem der konservative TV-Kommentator Tucker Carlson. Er kritisiert deren Ausrichtung: „Clarke sagt, ihr Job wird es sein, den Hass zu bekämpfen. Aber wie so viele in ihrer Lebenswelt ist sie in Wirklichkeit eine ausgewiesene Verfechterin jener Dinge, gegen die sie angeblich kämpfen will“. Eine Untersuchung habe auf „schockierende“ – und dieses Wort verwende er nicht leichtfertig – Aussagen zutage geführt.

Ist Clarke eine linke, schwarze Rassentheoretikerin?

So soll Clarke im Jahr 1994 etwa einen Leserbrief an die Studentenzeitung der Harvard University – sie studierte an der Elite-Uni – geschrieben haben, in dem sie rassistische Ressentiments deutlich machte. In diesem Schreiben verwies sie auf ihre „Erkenntnisse“, die bei der Suche nach „genetischen Unterschieden zwischen Schwarzen und Weißen“ helfen sollen. Schon das würde, käme es von einem weißen Akademiker, wohl für einen Skandal sorgen. Aber auch die Theorien selbst haben es in sich.

So sei der Locus caeruleus als „Kern des Hirns“ schwarz, weil er große Mengen an Neuro-Melanin enthalte, das auch für dunkle Haut verantwortlich sei. Weiters würden schwarze Babys schneller sitzen, stehen, krabbeln und gehen als weiße Kleinkinder. Zum dritten würde der Melaninspiegel zentrale Prozesse im menschlichen Gehirn steuern. Dieser Stoff würde Schwarzen auch „ihre überlegenen körperlichen und mentalen Fähigkeiten geben“.

„Überlegene geistige, körperliche, spirituelle Fähigkeiten“

Alleine diese drei Ausführungen wären schon genug, um vielen Leuten die Sprache zu verschlagen. Aber sie geht noch weiter. So unterstellte Clarke in ihrem Brief, dass Weiße unfähig sein, Melanin zu produzieren, weil sie „nicht funktionierende oder verkalkte Zirbeldrüsen“ besäßen. Grotesk: Offenbar verwechselte die Dame dabei Melanin mit dem Hormon Melatonin, das den Wach-Schlaf-Rhythmus steuert...

Dennoch sieht sie in der vermeintlichen Fehloperation die „chemische Grundlage für die kulturellen Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen“. Zu guter Letzt behauptet sie noch, dass Melanin den Schwarzen „überlegene geistig, körperliche und spirituelle Fähigkeiten“ verleihe. Dies sei allerdings „nicht nach eurozentrischen Standards“ messbar.

Umstrittene Äußerungen blieben kein Einzelfall

Carlson kommentierte die unfassbaren Zitate mit Fassungslosigkeit: „Das kommt nicht von der Zeitung der extremistischen ‚Nation of Islam‘, sondern von der Person, die Joe Biden für seine Menschenrechts-Sektion auswählt.“ Er erinnert daran, dass „sogar in Harvard solche jenseitigen Theorien als verrückt und gefährlich“ galten. Clarke hätte sich damals nach Aufregung am Campus damit aus der Affäre gestohlen, dass sie behauptete, dass sie nicht wirklich an das glaube, was sie geschrieben hatte.

Dies, so Carlson, sei aber kein Einzelfall geblieben. Als Präsidentin der „Black Students‘ Association“ habe sie kurz darauf einen bekennenden Anti-Semiten aus Trinidad und Tobago auf den Campus geladen. Dieser habe in einem Manifesto von einem „eskalierenden Angriff der Juden“ auf Schwarze fabuliert. Clarke habe ihn hingegen seinerzeit als „klugen, bewanderten schwarzen Intellektuellen“ bezeichnet, der Ansichten auf „unbestrittenen Fakten“ grundiere.

Ansichten angeblich unverändert, nur „anspruchsvoller“

Carlson wirft Bidens designierter Leiterin der Menschenrechts-Sektion vor, dass sie diese Ansichten nie wirklich aufgegeben habe: „Sie verpackt sie einfach anspruchsvoller“. Erst im Vorjahr habe sie für die „rohste Form rassistischer Diskriminierung“ bei der Zulassung zum Studium gekämpft.

Damals habe sie es als „Wahnsinn“ bezeichnet, dass die Regierung unter Trump sich auf die Seite asiatischstämmiger Studenten gestellt habe, denen ihr Zugang aufgrund ihrer Hautfarbe verwehrt geblieben sei. In einem „geistig normalen Land“, so Carlson, würde die Bürgerrechts-Division Personen wie Clarke ins Visier nehmen anstatt als Chefin bekommen. Er hofft, dass ihre Nominierung noch am Veto des Senats scheitert.