Während die Regierung für die "Babyelefant"-Kampagne mehrere Millionen an Mainstream-Medien verteilt, gab es für den Kinderdarsteller der Spots als Dankeschön nur eine Packung Schokobananen...

Jeder kennt es: Man bekommt ein Baby und freut sich darüber. Im Laufe der Jahre sind aber allerhand Anschaffungen nötig und das geht, so gern man das tut, ins Geld. Und wie Gesundheitsminister Rudi Anschober uns erzählte, ist auch der „Babyelefant“ inzwischen groß geworden. Und verschlang dabei große Mengen unseres Steuergeldes. Über 3 Millionen Euro ist er nun schwer. 

Zuerst ein Meter, mittlerweile zwei Meter – diesen Abstand zwischen Menschen sieht die Regierung als Allheilmittel im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus. Um dies den Menschen näher zu bringen, ließ man gemeinsam mit dem „Roten Kreuz“ eine Kampagne entwerfen. Der sogenannte „Babyelefant“ war geboren. Die entsprechenden Werbespots und Inserate werden seit nunmehr elf Monaten rauf und runter gespielt – und das geht ins Geld. 

Propaganda in diversen Medien als teurer Spaß

Wie sehr, das brachte nun eine parlamentarische Anfrage der NEOS ans Tageslicht. Sage und schreibe 3,17 Millionen flossen aus öffentlicher Hand in die Propaganda, wo man ein Kind im Elefantenkostüm den Menschen den geforderten Abstand einbläuen lässt. Und da sind die Agenturhonorare noch gar nicht eingerechnet – die Aktion könnte die Bürger also noch teurer zu stehen kommen.

Der größte Posten waren Printmedien mit etwa 1,33 Millionen Euro, gefolgt von TV-Spots und anderen audiovisuellen Medien (rund 730.000 Euro) sowie Online- und digitale Medien (etwas mehr 700.000 Euro). Plakate schlugen mit über 200.000 Euro zu Buche, die Werbung im Radio kostete knapp 195.000 Euro. Auch in sozialen Netzwerken gab die Regierung zur Erinnerung an diese Maßnahme mehr als 21.000 Euro aus.

Eines ist damit jedenfalls ein weiteres Mal klar: Die Regierung füttert Mainstream-Medien mit Geld für ihre Propaganda. Wie Wochenblick bereits im Jänner berichtete, schüttete die Regierung allein im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Euro an Medienhäuser aus. Weniger Geld gab es hingegen für Medien, die sich kritisch mit der Regierungslinie auseinander setzten. 

Babyelefant: Agenturhonorar als „Geschäftsgeheimnis“

Dass man das Agenturhonorar nicht transparent bekannt gibt, begründet das Kanzleramt damit, dass hier eine Medienagentur beauftragt wurde. Die Begleitung und Umsetzung wurde durch Leistungen aus einer Rahmenvereinbarung der Bundesbeschaffungs GmbH (BBG) bestritten. Das dort ausverhandelte Agenturhonorar wird prozentuell berechnet.

Diese Berechnung orientiert sich am gestaffelten Nettoschaltvolumen. Man wirbt daher um Verständnis, dass „diese Vertragsdetails Geschäftsgeheimnisse darstellen“. Angesichts der hohen Summe, die für die Inserate, Sujets und Werbespots nötig waren, ist allerdings davon auszugehen, dass es sich um eine erkleckliche Summe handelt.