1. Januar

Eine Auswertung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), ergab, dass in Deutschland 416.420 Migranten mit dem 1. Januar als Geburtsdatum registriert sind. Angefordert hatte diese Daten der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer.

Dass der 1.1. bei Migranten ein beliebtes Geburtsdatum zu sein scheint, fiel zuletzt beim Einfliegen von „minderjährigen Flüchtlingen“ aus griechischen Lagern auf. Der innenpolitische Sprecher der AfD im Bundestag Gottfried Curio twitterte dazu am 23. April:
„Aus jungen, kranken Mädchen sind auf wundersame Weise fast durchgehend kräftige, gesunde junge Männer geworden, die ebenso wundersamer Weise fast zur Hälfte am selben Tag (1.1.2006) geboren sind.“

Keine Ausweisdokumente

Das BAMF rechtfertigt die hohe Zahl von „Neujahrskindern“ damit, dass nicht in allen Ländern und Kulturen Geburtsdaten auf Tag und Monat genau registriert werden würden. So hinke besonders in ländlichen Gebieten in Ländern wie Afghanistan oder Syrien die Bürokratie hinterher. Können Migranten keinen Pass oder ein anderes Ausweisdokument vorlegen, wird laut Bundesinnenministerium als Geburtsdatum automatisch der 1. Januar des Jahres erfasst, das der Migrant als Geburtsjahr angibt.

„Wenig glaubhaft“

Das Problem dabei? Unter den häufigsten registrierten Staatsangehörigen der fraglichen Migranten findet sich an zweiter Stelle die Türkei. Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter äußerte sich diesbezüglich kritisch: Es sei bei „Geflüchteten aus der Türkei wenig glaubhaft, dass sie keine Geburtsurkunden besitzen, weil die Verwaltung funktionsfähig ist“. Hinsichtlich der anderen Staaten sagte sie: „Ich gehe aber davon aus, dass unabhängig von den Dokumenten, die allermeisten Menschen in Syrien und anderen muslimisch geprägten Staaten ihren Geburtstag kennen.“

Falsche Altersangaben

Das wirft erneut Fragen hinsichtlich der Richtigkeit der angegebenen Geburtsjahre von Migranten auf. Focus berichtete 2019 über Untersuchungen von knapp 600 „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“ mit zweifelhaften Altersangaben: Rechtsmediziner stellten dabei fest, dass rund 40 Prozent der jungen Männer in Wahrheit über 18 Jahre alt waren. Ihr Sonderstatus im Asylverfahren stand ihnen also überhaupt nicht zu.