Israel hat bereits eine Million Menschen im Land gegen Covid-19 geimpft, also über 10 Prozent des 9,3 Mio Einwohner zählenden Landes. Jetzt gibt es die ersten Überraschungen: 240 Personen, die mit dem Pfizer-BioNTech Serum geimpft wurden, waren danach Corona positiv. Der Impfstoff wirke erst 8-10 Tage nach der ersten Injektion heißt es, sein volles Potenzial, von 95 Prozent, erreiche er nach der zweiten Spritze. Bei hunderten Personen gäbe es Nebenwirkungen in verschiedenen Kombinationen, vier Menschen starben kurz nach der Impfung – aber nicht wegen der Impfung. 

Von Kornelia Kirchweger

Weiterhin wochenlanger Schutz nötig

Geimpfte müssen sich also nach der Impfung wochenlang weiter schützen, der Körper benötige Zeit, wirksame Antikörper gegen das SARS-CoV2-Virus zu entwickeln, das Covid-19 verursache, berichtet die Times of Israel. Weil der Pfizer Impfstoff nicht mit dem Corona-Virus selbst hergestellt werde, sei eine Infektion aufgrund der Impfung nicht möglich. Wer einige Tage vor der ersten Injektion, oder in den Wochen vor Erreichen der vollen Wirksamkeit mit Corona infiziert werde, sei weiterhin in Gefahr, Symptome zu entwickeln. Zudem bestehe zu 5 Prozent weiterhin die Möglichkeit, einer Corona-Infektion bzw. Erkrankung.

Geimpfte schützen andere nicht

Von Studien noch nicht klargestellt sei, ob sich eine Person, trotz Impfung, mit dem Virus infizieren, daran erkranken oder es weitergeben könne. Der Körper sei zwar nach der Impfung weitgehend vor dem Virus geschützt, Schleimhäute und Nasengänge, die außerhalb der Reichweite von Antikörpern liegen, könnten aber immer noch vermehrt Viruspartikel enthalten. Dem Träger würde das keinen Schaden zufügen, über den Ausstoß durch Mund und Nase können aber andere infiziert werden, heißt es.

Vier Todesfälle – viele Nebenwirkungen

Vier Menschen starben einige Stunden nach der Impfung. Drei dieser Todesfälle haben, laut Ärzten, nichts mit der Impfung zu tun. Ein 75-jähriger brach nach der Impfung zu Hause bewusstlos zusammen, Diagnose: Herzversagen. Er sei diesbezüglich schwer vorbelastet gewesen. Auch ein 88-Jähriger brach zu Hause zusammen und verstarb im Krankenhaus. Er hatte, laut Ärzten, schwere Vorerkrankungen, welche genau, wurde nicht gesagt. Ein 46jähriger erlitt aufgrund einer Penicillin-Allergie einen anaphylaktischen Schock, sei aber wieder stabil. Nebenwirkungen habe es bei einer von 1000 Personen gegeben. 51 Personen gingen deshalb zum Arzt. Häufigste Nebenwirkungen: Schwäche, Schwindel, Fieber, auch Durchfall oder Schmerzen um die Einstichstelle, allergische Reaktionen wie Juckreiz, angeschwollene Zunge oder Rachen und, nicht näher definierte, „neurologische Symptome“. In 319 Fällen traten sie in kombinierter Form auf.

Grüner Impfpass für die Freiheit

Ab Mitte Jänner sollen in Israel für alle Geimpften, die zwei Dosen erhalten haben, „grüne Pässe“ ausgestellt werden, die ihnen verschiedene Freiheiten gewähren. Dazu gehört etwa die Befreiung von der Quarantänepflicht für Staatsbürger bei der Einreise nach Israel. Für Ausländer gelten in Israel gegenwärtig noch strikte Einreisebeschränkungen.