In der gestrigen Pressekonferenz zur Zukunft der Mühlkreisbahn präsentierte Infrastrukturlandesrat Mag. Günther Steinkellner gemeinsam mit Kollegen aus seinem Ressort, sowie unabhängigen Experten, eine Studie zur Zukunft der Mühlkreisbahn. Die Überraschung: Künftig soll die Bahn sowohl als Straßenbahn, als auch auf Zugschienen unterwegs sein.

Lange Geschichte, wachsende Bedeutung

Erste Pläne zur Mühlkreisbahn reichen bis ins Jahr 1869 zurück. Baubeginn war jedoch erst 1885. Schon damals gab es lange Diskussionen, die die Umsetzung verzögerten. Eine scheinbar unendliche Geschichte, die seit gestern um ein Kapitel reicher ist. Der freiheitliche Landesrat Günther Steinkellner präsentierte eine Studie des Schweizer Institutes Metron-AG, welche die wachsende Bedeutung der Mühlkreisbahn belegen sollte und konnte dabei direkt mit einer innovativen Idee aufwarten.

Gerade die Bezirke Rohrbach und Urfahr-Umgebung stellen nicht nur beliebte Wohnorte dar,  sondern weisen eine überdurchschnittlich hohe Pendlerrate auf. So sind 80 Prozent der Arbeitnehmer in Urfahr-Umgebung und 60 Prozent der Arbeitnehmer in Rohrbach außerhalb ihres Wohnortes beschäftigt. (OÖ-Durchschnitt 46 Prozent). Ein gewaltiges Potential an möglichen Nutzern der Mühlkreisbahn, die auch aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr zu einem zentralen Verkehrsmittel im Großraum Linz werden dürfte. Bereits heute fahren täglich rund 4.700 Fahrgäste mit der Mühlkreisbahn.

Überraschung: Mühlkreisbahn wird „Öffi-Zug“

„Öffi-Zug“ soll alle Schienen befahren

Nach erneut über zwanzig Jahren, in denen über verschiedenste Lösungsansätze diskutiert wurde, macht Steinkellner nun Nägel mit Köpfen. Das neue Konzept soll nicht nur dem motorisierten Individualverkehr bieten, sondern soll zusätzlich zur Umwelt auch die Einfahrtsstraßen nach Linz entlasten. Der Clou dabei: Deutlich leichtere Zweisystemfahrzeuge, die sowohl auf Zug-, als auch auf Öffi-Gleisen fahren und so auch ins Verkehrskonzept der Hauptstadt integriert werden können. Dieser „Öffi-Zug“ bräuchte dazu eine dritte Schiene, die jedoch, so Robert Söllner von Metron, kein Problem würde. Auch diese dritte Schiene hätte im Rahmen der neuen Donauquerung Platz. „Damit wird die Einbindung der Mühlkreisbahn in das mit Dezember startende S-Bahn-Netz und eine Durchbindung zum Linzer Hauptbahnhof gewährleistet“, unterstrich Steinkellner seine Planung.

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