In den letzten Tagen geisterte die Meldung durch die Medien, dass die Mehrheit der Bevölkerung für eine verpflichtende Corona Impfung wäre. Ein solcher Impfstoff existiert freilich noch nicht, ein Medikament braucht für all die Prüfungen bis zu seiner Zulassung im Durchschnitt 13 lange Jahre. Doch die Fragestellung des Umfrageinstitutes „Unique Research“ lässt aufhorchen. Was hat eine Grippe-Impfung mit der Coronapandemie zu tun?

Ein Kommentar von Willi Huber

Im Auftrag des im Eigentum des Kurier befindlichen Magazins Profil stellte das Umfrageinistitut Unique Research einige Fragen an 500 ausgewählte Österreicher. Eine dieser Fragen lautete: „Es sollte im Herbst eine Grippe-Impfpflicht für alle geben, um für eine zweite Corona-Welle gerüstet zu sein.“ Während man seriöser Weise nicht über einen Corona-Impfstoff zu philosophieren braucht, den es wohl noch lange nicht gibt, drängen sich andere Fragen auf.

Gleichsetzung von Grippe und Corona

Diese Fragestellung ist aus vielerlei Perspektiven bemerkenswert. Zum einen werden in der Öffentlichkeit immer all jene verlacht und diffamiert, die darauf hinweisen, dass so manche Grippewelle deutlich schlimmer als die Corona-Pandemie gewesen wäre. Zudem ist man darauf bedacht zu betonen, dass Corona und Grippe „nicht dasselbe“ wäre. 

Wenig Akzeptanz für Grippe-Impfung

Stellt man nicht gefinkelte Frangfragen mit schwammigen Antwortmöglichkeiten wie „stimmen sie ‚eher‘ zu“, wird man auf den Straßen Österreichs schnell feststellen, dass es keine besonders gute Stimmung hinsichtlich einer Pflichtimpfung gibt. Speziell die Grippeimpfung hat in den vergangenen Jahen nie besondere Akzeptanz erlangt. Dies liegt daran, dass die Wirkung einer Impfung gegen schnell mutierende Viren nicht als gesichert gilt.

Was ist der tiefere Sinn dahinter?

Weshalb ein Umfrageinstitut also eine Fragestellung wählt, welche Corona mit der Grippe gleichsetzt – und damit in den Befragten wie Medienkonsumenten eine möglicherweise beabsichtigte Wirkung erzielt – wird nicht so leicht zu beantworten sein. Vielleicht liegt die Lösung der Frage in der aktuellen Inhaberstruktur des Kurier begründet, wo wir ganz schnell wieder bei Rene Benkos Signa Holding landen.