Jede Medaille hat zwei Seiten! Das Corona-Virus macht zwar krank, scheint aber auch eine Art reinigende Wirkung zu haben und für gesellschaftspolitische Hygiene zu sorgen.

Kommentar von Kurt Guggenbichler

Wir erinnern uns alle noch gut an das Gezetere und Geschrei, als Herbert Kickl als Innenminister sagte, dass das Recht der Politik zu folgen hätte. Mehr brauchte er nicht: Die künstliche Empörung waberte bis in die entferntesten Herrgottswinkel der Republik.

Jenseits von Böse und Böse

Denn die Systemmedien, die jetzt dicke Krisen-Inseraten als Belohnung einheimsen, hatten nach dem Kickl-Sager willfährig den Untergang von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit herbeiphantasiert. Denn das Böse hatte Böses gekreißt.

Und nun? Nun ist das Böse plötzlich nicht mehr böse und das Recht folgt in dieser Krise jetzt schon beinahe tagtäglich und auch tatsächlich der Politik – wie auch früher schon.

Polit-mediale Symbiose-Effekte

Doch statt veröffentlichter Empörung hagelt es jetzt Applaus. Denn nun wird die Tatsache, dass die Politik bestimmt, was rechtens ist, von den Medien bejubelt und mit allergrößtem Wohlwollen begleitet.

Doch damit nicht genug: Nunmehr können die „Regierungsschreiber“ im Verhalten der Politiker, die nun das Recht gestalten, sogar ein höchst verantwortungsbewusstes Handeln erkennen. Fazit: Es kommt eben immer darauf an, wer was sagt.