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Schon wieder Wirbel um den ORF! Erneut ist es ausgerechnet Anchorman Armin Wolf, der für Aufregung sorgt. In einem ZiB 2-Interview mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) bezeichnete Wolf am Mittwoch den neuen stellvertretenden italienischen Ministerpräsidenten Matteo Salvini im Wortlaut als „ganz offenen Rassisten“. Besonders dreist: Wolf verbreitet das vor „Fake News“ strotzende Interview mit Strache stolz auf Twitter!

Ein Kommentar von „wochenblick.at“-Chefredakteur Johannes Schüller

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Wolf bringt in dem Interview mit Strache mutmaßliche Sager des italienischen Politikers vor, fragt dann den Vizekanzler unverhohlen: „Das stört Sie alles nicht?“

Fragwürdige Zitierung

Strache reagiert auf die von Wolf vorgebrachten Anschuldigungen abweisend. „Diese Begrifflichkeiten weise ich vehement zurück, Herr Wolf! Aber ich bin ja nichts anderes gewohnt, ich kenne das ja auch von Ihnen seit Jahren“, kontert der FPÖ-Vizekanzler. Strache weist Wolf mit Nachdruck darauf hin, dass es sich um oft „nicht korrekt zitierte“ Sager handeln würde!

Dies hätte auch Salvini gegenüber ihm betont. Er würde oftmals „falsch zitiert und falsch wiedergegeben werden“, betont Strache. Ein „Wochenblick“-Faktencheck fördert schnell zu Tage, wie fragwürdig tatsächlich einige Salvini dreist in den Mund gelegte Zitierungen sind, auf die sich indes offenbar auch Wolf im ZiB-Interview bezieht.

Salvini-Äußerung komplett verdreht

So behauptet Wolf unter anderem, Salvini habe von einer „kontrollierten ethnischen Säuberung“ gesprochen. Bei zahlreichen ZiB-Zuschauern entstand so der naheliegende Eindruck, Salvini habe dies zur Lösung der Asyl-Krise in Italien vorgeschlagen. Das Zitat sorgte in italienischen Medien unter anderem Anfang 2017 für Wirbel und beruht auf einer „Fake News“-Meldung der italienischen Mainstream-Nachrichtenagentur „ANSA“. Italienische Medien korrigierten diese völlig verdrehte Zitierung jedoch, darunter auch die italienische Zeitung „Il Post“.

Denn die Zitierung des heutigen italienischen Innenministers und Parteichef der rechtskonservativen „Lega Nord“ beruht unter anderem auf einem Interview, dass dieser dem parteinahen Sender „Radio Padania Libera“ gegeben hat. Salvini betont dort, man müsse mit allen „selbstverständlich rechtlich quasi zulässigen Mitteln“ gegen die illegale Masseneinwanderung vorgehen.

Video beweist

Man sehe sich in Italien „mit einem konsequenten offensichtlichen Versuch der ethnischen Säuberung, des ethnischen Austauschs zum Schaden derer, die in Italien leben, konfrontiert“. In dem entsprechenden Interviewmitschnitt findet man die Äußerung an Minute 4:50:

Klare „Fake News“ zu Salvini

Salvini hat also in dem kritisierten Interview von einer drohenden „ethnischen Säuberung“ zu Lasten der Italiener gesprochen! Dem „Lega Nord“-Boss wurde jedoch von italienischen Mainstream-Medien das Wort im Mund umgedreht. Selbst die große linksliberale Tageszeitung „Reppublica“ differenzierte bereits 2016 bei den Äußerungen Salvinis hinsichtlich „kontrollierter ethnischer Säuberung“. Wolf nennt diese Kontroverse nicht, geht im Interview nicht auf die äußerst fragwürdige Zitierung ein. So entsteht bei vielen Zuschauern der Eindruck, Salvini habe brutale „ethnische Säuberungen“ gefordert. Komplett falsch!

ORF-Wolf führt auch die Forderung Salvinis nach einer Zählung der Roma in Italien als vermeintlichen Beleg für den „Rassismus“ des italienischen Politikers auf. Pikant: Die Forderung nach einer Zählung der Roma kam ursprünglich von der politischen Linken, wie die renommierte, bürgerliche italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ hier feststellt. Auch diesen Hintergrund nennt Wolf in seinem ZiB-Interview nicht. Kurzum: Ein journalistisches Armutszeugnis für den ORF!

Leichtgläubiger ORF-Wolf

Wie leichtgläubig der ORF-Anchorman indes hinsichtlich linker Rassismus-Vorwürfe ist, bewies er bereits am Dienstag auf Twitter. Auch hier scheint Wolf nicht wahrhaben zu wollen, dass die Idee einer Volkszählung der Roma von der politischen Linken kommt:

Sind jetzt schon Abschiebungen „rassistisch“?

Was indes an dem Wunsch nach Abschiebung (Englisch: „deportation“) der in Italien illegal aufhältigen Roma „rassistisch“ sein soll, bleibt unbeantwortet – man könnte es schlichtweg auch als rechtsstaatlich dringend notwendige Maßnahme sehen! Ob Abschiebungen in EU-Länder wie Bulgarien und Rumänien „dank“ EU-Gesetzen und -Bürokratie überhaupt möglich sind, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Eine „Wochenblick“-Anfrage an Armin Wolf blieb bis jetzt noch unbeantwortet.