Eine ganz besonders schlimme Tat wird derzeit im Berliner Landesgericht verhandelt. Einem türkischen Umzugshelfer aus Berlin-Charlottenburg wird schwerer sexueller Missbrauch eines Mädchens vorgeworfen. Sowohl der mutmaßliche Täter, als auch sein Opfer sind taubstumm.

Bei dieser Verhandlung herrscht eine ganz besonders seltsame Stimmung. Und der Ablauf ist besonders kompliziert. Wenn Emrah K. etwas sagt, dann tut er es mit seinen Händen in türkischer Gebärdensprache. Eine Dolmetscherin übersetzt seine türkischen Gebärden dann in die deutsche Gebärdensprache. Eine zweite Dolmetscherin liest mit den Augen die deutschen Gebärden ihrer Kollegin ab und sagt es laut – in deutscher Sprache – in den Saal.

Werbung

Mehrere Jahre lang sexuell missbraucht

Das Mädchen war nicht älter als sechs Jahre, als der Missbrauch begonnen hat, der über mehrere Jahre, bis zum 1. Juni 2017, angedauert haben soll. Wenn das heute neunjährige taubstumme Mädchen als Zeugin aussagt, ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

In einem Fußballverein kennengelernt

Laut Informationen der „Bild“ heißt es, der Angeklagte habe die Familie des Mädchens über einen Fußballverein kennengelernt. Der Missbrauch, bis hin zur Vergewaltigung, soll im Auto des Angeklagten passiert sein. Meist auf einem Parkplatz nahe in Berlin-Marzahn, aber auch im Wald und im Schwimmbad.

Emrah K. sagt beim Prozessauftakt nur etwas zu seinen Personalien, sonst schweigt er. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Das Urteil wird am 17. Dezember erwartet. Es gilt die Unschuldsvermutung.