Ungarn zählt, mit einer Gruppe weiterer Länder, zu den Hauptunterstützern der jüngsten Initiative von US-Präsident Donald Trump, zur Stärkung der Familie. Es handelt sich dabei um die „Genfer Konsenserklärung“ deren Ziel auch die Stärkung der Rechte und der Gesundheit von Frauen, dem Schutz des menschlichen Lebens und dem souveränen Recht jeder Nation auf eigene Abtreibungsgesetze ist.

Von Kornelia Kirchweger

Ein Mix aus 33 Ländern, darunter viele arabische und afrikanische Staaten, haben die Erklärung schon unterzeichnet. Man wolle damit die Wertschätzung für das Leben unterstreichen, sagte Ungarns Familienministerin, Katalin Novák.

Freiheit zu töten?

Die „pro-choice“-Bewegung, die weltweit für eine Legalisierung der Abtreibung eintritt, bezeichnete Novák als „pro-kill-Bewegung“. Wenn man ein Kind in sich trage, habe man keine Wahl mehr. Die müsse man bereits vorher treffen. Wer für Abtreibung sei, befürworte Tötung, das widerspreche der Wahlfreiheit. 

Weltweit beste Familienpolitik

Laut ungarischer Verfassung, beginne das Leben mit der Empfängnis und das Leben des Fötus müsse geschützt werden, sagte Novák. Abtreibung sei in Ungarn zwar unter bestimmten Umständen legal. Sie sei aber aktuell so niedrig, wie nie zuvor. Grund dafür sei die familienfreundliche Politik von Regierungschef Viktor Orban, die sich auch andere Länder zum Vorbild nehmen. Fünf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Ungarns (BIP) gehen in die Unterstützung von Familien. Das sei der höchste Anteil in Europa und der Welt.

Ungarns Erfolg – Blamage für EU

Der ungarische Weg werde leider von der EU und vielen Mitgliedern nicht befürwortet. Vielleicht auch deshalb, weil sie Ungarn als „stillschweigende Zurechtweisung“ für ihr eigenes Versagen betrachten, vermutete Novák. Sie verwies auf ungarische Politiker, wie den Präsidenten, Premier, sich selbst, etc., die alle mehrere Kinder haben. Sie wolle damit nicht sagen, dass kinderlose Menschen kein Regierungsamt übernehmen können. Doch, wer Kinder habe, verstehe gewisse Dinge besser.

Bezüglich Geschlechtergleichheit meinte Novak, Mann und Frau wollen gleichberechtigt aber nicht gleich sein. „Das Schöne in einer Beziehung zwischen Mann und Frau sei der Unterschied, und ich glaube, das gilt auch für die Nationen“.

Viele Kulturen mit dabei

Gründerländer und Hauptunterstützer der „Genfer Konsenserklärung“ (Geneva Consensus Declaration) sind neben den USA und Ungarn, auch Brasilien, Ägypten, Indonesien und Uganda. Die Erklärung wurde am 22. Oktober, im Rahmen einer virtuellen Zeremonie, unterzeichnet. Vorgesehen war das eigentlich anlässlich der Weltgesundheits-Versammlung in Genf, die wegen Covid-19 aber entfiel. Europäische Unterzeichner sind auch Polen und Weißrussland. Mit dabei sind auch Saudi Arabien, Bahrein, die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak und Pakistan. Auch viele afrikanische Länder, wie etwa Kenia, Kongo, Senegal, Sudan und den Süd-Sudan. Die 33 Unterzeichnerländer repräsentieren 1,6 Mrd. Menschen und jede Region der Welt. Die Erklärung steht weiteren Staaten offen.