Kurz nach dem fürchterlichen Touristen-Mord durch einen mutmaßlichen Islamisten in Dresden lässt der freie Journalist Lukas Mihr mit einer schockierenden Liste aufhorchen. Diese listet nämlich auf, wie viele Deutsche bereits durch islamistischen Terror ihr Leben lassen mussten – der Großteil davon seit der Jahrtausendwende. 

Die Liste erschien als Gastbeitrag auf dem Blog von Boris Reitschuster; das Ziel war wohl, aufzuzeigen, dass islamistischer Terror bereits vor der tödlichen Amokfahrt am Berliner Breitscheidplatz ein Problem war, das von deutschem Interesse hätte sein müssen. Dabei kritisiert Mihr mit Jürgen Tödenhöfer auch einen Kollegen, der über Jahre das „Mantra“, wonach es keine islamistischen Terror-Toten auf deutschem Boden gäbe, über Jahre hinweg prägte und verfestigte.

Zahlreiche Deutsche wurden im Ausland Terror-Opfer

Und tatsächlich – alle Deutschen, die vor 2016 zum Opfer von Islamisten wurden, starben im Ausland, der erste tödliche Anschlag in Frankfurt im Jahr 2011 betraf zwei US-Soldaten. Die Liste beginnt bei einem Mord im Iran im Jahr 1979; in den nächsten zwanzig Jahren traf es dann vor allem Touristen – 18 Urlaubsreisende wurden in diesem Zeitraum zum Opfer, zuzüglich ein Kriegsreporter in Tschetschenien. Der Löwenanteil – nämlich über hundert – waren allerdings seit der Jahrtausendwende zu beklagen.

Häufungen bereits in früheren Jahren

Dabei starben bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 elf Deutsche, gleich 14 waren es sieben Monate später beim Attentat auf eine Synagoge in Tunesien. In den nächsten Jahren waren es dann zumeist vereinzelte Opfer bei größeren Anschlägen.

Bis zu einem Anschlag in der Türkei im Jahr 2016. Zwölf von dreizehn Opfern waren deutsche Staatsangehörige. Damals sprengte sich eine tschetschenische Selbstmordattentäterin in einer Touristengruppe in Istanbul in die Luft. Seit 2001 gab es kein Jahr mehr ohne einen deutschen Terror-Toten.

Fast ein Drittel starb seit 2015

Trotz der langen Kontinuität zeigt sich dennoch eine auffällige Häufung deutscher Opfer bei Anschlägen ab dem Jahr 2015. In den letzten fünfeinhalb Jahren starben alleine 37 Deutsche aufgrund mutmaßlich islamistischer Gräueltaten – oder fast ein Drittel der insgesamt 118 bis 125 deutschen Terror-Opfer insgesamt.