Als Beibrot der „Black Lives Matter“-Proteste läuft eine Diskussion nach der Schleifung von Denkmälern an. So mancher Zeitgenosse will sich da als Vorreiter positionieren.

Es waren ebenso eindrucksvolle wie alarmierende Bilder von der Insel: Ein wütender Mob wirft die Statue des städtischen Wohltäters Edward Colston ins Hafenbecken, weil er vor über 300 Jahren am Sklavenhandel mitverdient haben soll. In Österreich bekannte sich nun kein geringerer als Thomas Schmidinger von der Uni Wien zu einem angeblichen, eigenen Vandalenakt vor 18 Jahren.

Schmidinger: Denkmal die Nase abgeschlagen

Dies ergaben Recherchen des Grazer Freilich-Magazins. Demnach soll der ebenso gefragte wie umstrittene Politologe in sozialen Medien aus dem Nähkästchen geplaudert haben, als es darum ging, in der eigenen Blase die radikale Vergangenheit kräftig Revue passieren zu lassen.

Denn es seien Schmidinger und ein Freund gewesen, welche im Jahr 2002 dem Siegfried-Kopf an der Uni Wien die Nase abgeschlagen hätten. Damals wurden erfolglose Ermittlungen gegen zwei unbekannte Vermummte geführt – mittlerweile ist die Tat natürlich längst verjährt.

Universität ließ Siegfriedskopf später zerlegen

Beim fraglichen Denkmal handelte es sich um ein Monument zu Ehren der Studenten und Professoren, welche im Ersten Weltkrieg an der Front gefallen waren. Lange Zeit ein Zeichen der Ehrerbietung, fand er sich rund um die Jahrtausendwende im Zentrum hitziger Debatten. Schon zuvor war er immer wieder das Ziel linksextremer Vandalen.

Jedenfalls ließ die Universität Wien einige Jahre später den Kopf im Zuge einer künstlerischen Gesaltung vollends zerlegen. Von mehreren Glassärgen umgeben wurden seine drei Einzelteile von der Aula in den Arkadenhof verlegt. Auf den drei Quadern befindet sich eine geschichtliche „Einordnung“- eine Schrift berichtet über angeblichen Deutschnationalismus und Antisemitismus.

Zeigte schon Haider-Denkmal den Stinkefinger

So oder so – egal, ob es sich nun tatsächlich um Schmidinger oder seinen Freund handelt: Es wäre nicht die einzige fragwürdige Aktion, die der von großen Medien regelmäßig hofierte ‚Experte‘, lieferte. Im Jahr 2017 sorgte er für einen handfesten Eklat. Damals zeigte er der Gedenkstätte des bei einem Verkehrsunfall im Amt verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider den Stinkefinger und hielt dies fotografisch fest.

Diese Causa wurde in der Folge sogar zum Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage. Die Universität Wien spielte den Vorfall daraufhin in einer Stellungnahme herunter: „Die Äußerungen von Mitarbeiterinnen der Universität Wien auf ihren eigenen Social Media Kanälen sind als private Meinung zu betrachten. Private Meinungen von Mitarbeiterinnen spiegeln nicht die Meinung der Universität Wien wider.“