Ein führender Kinderrechtsaktivist des UNO-Kinderhilfswerkes (UNICEF) wurde jetzt in Großbritannien wegen jahrelanger grausamer Vergewaltigung eines 12-jährigen Buben inhaftiert und zu fast 10 Jahren Haft verurteilt. Die sexuellen Gewalttaten fanden zwischen 1965 und 1968 statt. Das Opfer war damals 12 Jahre alt. Der Jugendliche meldete den Missbrauch im März 2016.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

Unfassbar: Kinderschänder kämpft für Kinderrechte

Der heute 77-Jährige Peter Newell aus London wurde nach Untersuchungen erstmals im Mai 2018 von der Polizei verhört und im Oktober angeklagt. Newell gestand die Vorwürfe. Er wird auch lebenslang ins Register für Sexualstraftäter eingetragen. Ein UNICEF-Sprecher sagte, man sei zutiefst geschockt, man hatte damals davon keine Kenntnis, bei UNICEF gebe es jetzt sehr strenge Verfahren zur Überprüfung von Personal und Beratern.

Verfasste UNICEF-Handbuch für Rechte des Kindes

Newell war viele Jahre lang gut bezahlter UNICEF-Berater und Aktivist für die Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder. Er war u.a. Vorsitzender der Kinderrechtsallianz und der Globalen Initiative zur Beendigung der körperlichen Bestrafung von Kindern. Newell ist auch Mitverfasser des UNICEF-Handbuches für die Umsetzung der Konvention über die Rechte des Kindes. Sie trat 1998 in Kraft und beinhaltet Verweise auf verschiedenste Gesetze und Regelungen, an denen sich Regierungen, NGOs, Wissenschaftler, etc. weltweit orientieren.

Peter Saunders, Gründer des Nationalen Verbandes für Menschen, die in der Kindheit missbraucht werden (NAPAC), arbeitete früher mit Newell zusammen. Er fühle sich „betrogen“, sagte er gegenüber Daily Mail. Heute verstehe er auch, dass Newell nicht sehr begeistert war, als er ihm von der geplanten Gründung von NAPAC erzählte. Letztes Jahr gingen 94.000 Anrufe bei seiner Hotline ein. Bei NAPAC sei man sich voll und ganz über die Auswirkungen solcher Verbrechen auf die Opfer bewusst – egal wie lange sie schon zurückliegen, meinte Saunders.

Warnung: Pädophile schleichen sich in Hilfsorganisationen ein

Die Nachricht über Newells Inhaftierung platzte mitten in Warnungen, dass Pädophile sich immer öfter in Hilfsorganisationen einschleichen. 2017 flog ein Riesenskandal bei Oxfam Großbritannien auf – einem Verbund internationaler Entwicklungs- und Hilfsorganisationen in über 90 Ländern. Oxfam-Mitarbeiter wurden beschuldigt, Pornografie heruntergeladen, Sexorgien mit Prostituierten in Haiti und im Tschad gefeiert und jugendlichen Freiwilligen nachgestellt zu haben. Insgesamt 125 britischen Wohltätigkeitsorganisationen wurde sexueller Missbrauch vorgeworfen, berichtet Daily Mail. Auch im Vorjahr gab es 87 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Mitarbeiter von Oxfam-Mitgliedsorganisationen. U.a. betraf dies Save The Children und Christian Aid.