UNO-Vertreter belehrten kürzlich Abgeordnete des britischen Unterhauses: Europa müsse mit der „irregulären“ Migration leben, kein Land könne sich dagegen abschotten. Die anhaltende Migranten-Invasion nach England sei weder eine Belastung noch eine Bedrohung für das Land. Migranten zahlen zumeist ohnehin mehr in die Kassen der Gastländer ein, als sie herausnehmen. 

Von Kornelia Kirchweger

Migration als Menschenrecht

Seit Jahresbeginn sind über 7.000 illegale, vorwiegend männliche Migranten, über den Englischen Kanal, via Frankreich, nach Großbritannien gekommen. Mehr als das Dreifache von 2019. Für die UNO kein Problem. Denn sie meint, Menschen, die zu Hause kein ordentliches Leben haben, sollten dorthin gehen können, wo das möglich ist. Die paar Tausend Leute, die bei der Überfahrt ihr Leben riskieren, seien doch keine Bedrohung oder Belastung für England, war der Tenor.

Kostet eh nichts…

Dass das Gastland den Ankömmlingen mit vielen Milliarden auf die Beine helfen muss, in der Folge auch für nachkommende Familienmitglieder, dass es das Geld der Steuerzahler ist und diese täglich mit Kulturkonflikten und den Folgen misslungener Integration konfrontiert sind, war kein Thema. Für Rossella Pagliuchi-Lor, Vertreterin der UNO-Flüchtlingsorganisation (UNHCR) für England und den UNO-Sonderbeauftragten für die Situation im Mittelmeer, Vincent Cochetel, gibt es nur eine Sorge: das Wohlergehen von Menschen, die illegal in andere Länder kommen.

Familiennachzug erleichtern

Die Migrationsströme werden von trans-nationalen, kriminellen Schlepper-Organisationen in Gang gehalten, wurde eingeräumt. Mit der Schaffung legaler Wege für Migranten, könnte man das eindämmen. Etwa durch eine Ausweitung der Umsiedlungs-Programme. Schon jetzt holt London auf diesem Weg rund 5.000 Migranten pro Jahr ins Land. England sollte auch die Regeln für die Familienzusammenführung lockern. Aktuell gelten sie für Kinder, Ehepartner und betagte Eltern. Man solle doch die UNO-Definition übernehmen, die auch „abhängige“ Personen inkludiere. Etwa „Kinder“ oder Brüder und Schwestern über 18 Jahre, die nicht verheiratet sind. Das sei für Großbritannien doch leicht zu schaffen.

Brexit kein Schutz

Legale Migration soll auch über Arbeits- und Studienvisa in England ermöglicht werden.
Nach dem Brexit müsse sich London ohnehin etwas überlegen, denn dann gelte die Dublin-Regel nicht mehr. Eine Rückführung illegaler Migranten in die EU, auch wenn sie von dort kommen, ist nicht mehr möglich.