Eine kuriose Jubelmeldung macht derzeit die Runde: Denn die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise haben offenbar auch den Nebeneffekt, dass die Möglichkeiten islamistische Terroristen darunter leiden…

Das zumindest die Schlussfolgerung des Anti-Terror-Büros der Vereinten Nationen (UNO). Die Beschränkungen im öffentlichen Leben sowie die geschlossenen Grenzen hätten das Risiko für islamistische Terror-Angriffe in zahlreichen Ländern verringert. Dies berichtete die Krone am Dienstag.

Immer noch 10.000 IS-Kämpfer im Nahen Osten

Dies betreffe vor allem die internationalen Operationen des Islamischen Staats (IS), dessen Zentrum sich weiterhin in Irak und Syrien befinden. In letzterem Land gelang es den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad mit kräftiger Unterstützung aus Russland in jüngerer Vergangenheit, die Dschihadisten-Miliz zurückzudrängen. Auch eine westliche Militärkoalition beteiligte sich an Kampfeshandlungen gegen die Islamisten

Als deren letzte Hochburg in Syrien gelten die Stadt und Provinz Idlib. In beiden Staaten seiner hauptsächlichen Tätigkeit soll es weiterhin etwa 10.000 IS-Kämpfer geben.  Unlängst machte die Terrormiliz auch durch einen spektakulären Führungswechseln von sich reden. Über die Jahre reisten regelmäßig in Europa aufgewachsene Moslems ins Krisengebiet, um sich der Miliz anzuschließen.

Strenge Grenzpolitik als Bollwerk gegen Islamismus

Nachdem dieser Nachwuchs schon nach den Gebietsverlusten allmählich ins Stocken geriet, unterbanden ihn die Reisebeschränkungen fast vollends. Obwohl die UNO darunter vor allem einen positiven Nebeneffekt der Pandemie begreift, bleibt auch festzustellen: Das wirkungsvollste Mittel gegen islamistische Umtriebe ist offenbar immer noch eine traditionell eher von patriotischen Akteuren geforderte konsequente Grenzpolitik.