Die Folgen der Corona-Pandemie könnte zu Hunger-Katastrophen biblischen Ausmaßes führen, warnte kürzlich die UNO-Agentur für Welternährung (UNWFP). Es bestehe „die reale Gefahr, dass mehr Menschen an den wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 sterben als an dem Virus selbst“. Das könnte vor allem Afrika und den Mittleren Osten betreffen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte kürzlich ein Ende der Lockdowns, diese schaffen nur Armut, hieß es. 

von Kornelia Kirchweger

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Der Tourismus, von dem Äthiopien weitgehend abhängig wäre, komme zum Erliegen. Überweisungen aus Übersee würden stark sinken. Das betreffe z.B. Haiti, Nepal und Somalia. Der Einbruch der Ölpreise werde in armen Ländern wie dem Süd-Sudan massive Folgen haben. Öl mache dort 98,8% der Gesamtexporte aus. Wegen der zu erwartenden Rezession in den traditionellen Geberländern werde es weniger Auslandshilfen geben. Kriege und Naturkatastrophen würden die Situation noch weiterhin verschärfen.

Freier Warenverkehr sichert Überleben

Die grenzüberschreitende Lieferkette für humanitäre Hilfe müsse aufrecht bleiben, forderte Beasley. Die Nahrung müsse von dort, wo sie produziert werde, dorthin gehen, wo sie gebraucht werde. Man müsse auch Export- und Import-Beschränkungen vermeiden, weil das zu Preiserhöhungen führe. Beasley rief die Geberländer auf, mehr Geld und – die bereits zugesagten 1,9 Mrd. US-Dollar – rasch bereit zu stellen. Das UNO-Nahrungsmittelprogramm versorgt weltweit täglich 100 Mio Menschen. Das Leben von 30 Mio Menschen hänge buchstäblich von dieser Hilfe ab.

Vierzig Länder akut gefährdet

Könne man diese nicht mehr versorgen, bestehe die Gefahr, dass über einen Zeitraum von drei Monaten täglich 300.000 Menschen verhungern, sagte Beasley. Die Zunahme der Hungernden durch Covid-19 sei da noch nicht eingerechnet. Im schlimmsten Fall seien an die 40 Länder davon betroffen. In zehn davon hungern jetzt schon jeweils eine Million Menschen. Schon jetzt gehen weltweit jede Nacht 821 Millionen Menschen hungrig ins Bett. Laut dem aktuellen „Globalen Bericht zur Nahrungs-Krise“, könnten weitere 135 Millionen Menschen akut von einer Hungerkatastrophe betroffen sein. Das Corona-Virus könnte bis Ende des Jahres weitere 130 Millionen Menschen „an den Rand des Hungers“ treiben, sagte Beasley.

 

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