Sperrfrist 31.07. | Unser Land kann stolz sein auf seine vielen Stars
Foto: Guggenbichler / Ludwig II - Repro: Wochenblick

In Oberösterreich wachsen schon seit je her Talente. Dieses schöne Land, eingebettet zwischen Inn und Enns und zwischen Böhmerwald und Kalkalpen, hat schon viele kreative Menschen hervorgebracht. Sie machten als Maler, Musiker, Schriftsteller oder Schauspieler Karriere.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Werbung

Der Grundstein für ihre Begabung wurde im Heimatbundesland gelegt, doch um Erfolg zu haben zogen sie in die Ferne. Für Oberösterreicher ist die Welt weltweit. In diese ziehen Oberösterreicher gern hinaus, finden in einem anderen Bundesland oft auch ein neues zu Hause. Trotzdem erinnern sich die Fortgezogenen immer gern an ihre alte Heimat. Denn „Dahoam is dahoam…“

Viele bekannte Film- und TV-Schauspieler kommen aus Oberösterreich

So heißt es auch im Text der Landes-Hymne, den ein oberösterreichischer (Lebens-)Künstler zu Papier gebracht hat: Franz Stelzhamer, ein herumvagabundierender Dichter aus dem Innviertel. Doch von den Dichtern, Malern oder Musikern soll hier nicht die Rede sein, sondern nur von den Schauspielern und Filmregisseuren, die dieses Land Oberösterreich nach dem Zweiten Weltkrieg gebar.

Davon gibt es eine ganze Menge, findet beispielsweise der Schauspieler Fritz Karl (49), ein gebürtiger Gmundener, mit dem ich unlängst am Ende der Dreharbeiten für den Heimatkrimi „Der Tote im See“ in Windhaag bei Freistadt sprach.
„Denken Sie nur an die beiden Lanz-Schwestern Barbara und Elisabeth aus Altmünster, an Marie Colbin aus Gmunden oder an den in Bad Ischl aufgewachsenen Regisseur Andreas Prochaska“, sagt Karl, der selbst in Traunkirchen groß geworden ist, aber jetzt in Wien wohnt.

Weltstar aus Ischl

Nach Gmunden, wo er noch ein Domizil hat, kommt er leider selten, weil er viel arbeitet. Fritz Karl ist ein nach eigenem Bekunden fleißiger, vielbeschäftigter Schauspieler und beinahe schon täglich in einem Film auf irgendeinem Fernsehkanal zu sehen. Seiner Einschätzung nach ist Oberösterreich jedenfalls schon ein sehr begabtes Land, was das Hervorbringen von Talenten seines Genres betrifft.

Zu den mittlerweile ältesten Vertretern der früheren Zelluloid-Branche gehören die Oberösterreicher Sybille Danninger aus Ried, Gerlinde Locker aus Linz und Helmut Steinberger aus Bad Ischl. Die heute 70-jährige Danninger, eine ehemalige Zahnarzthelferin, die durch freizügige Auftritte in deutschen Sex-Filmen der 1970er-Jahre bekannt wurde, hat als Filmproduzentin unter dem Namen Sybil Danning in Hollywood – wo sie auch lebt – Karriere gemacht.

Weltstar aus Ischl

Gerlinde Locker, die 1938 in Linz-Kleinmünchen geboren wurde, war ein Star des Kinos der 1950er-Jahre und der 73-jährige Helmut Steinberger, ein ehemaliger Weltstar, wohnt heute in Salzburg und ist im Prinzip Rentner. Unter dem Künstlernamen Helmut Berger war er in den 1960er- und 1970er-Jahren einer der populärsten Schauspieler des europäischen Kinos.

Der Sohn einer Hoteliers-Familie hatte zunächst den Kellner-Beruf erlernt und glänzte später als Schauspieler vor allem in Rollen narzisstischer bisexueller Figuren.
Aus Perg kommt die Schauspielerin Isa Haller (59). Sie ist die Tochter von Ilse und Erich Halatschek († 2014), des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Habau-Gruppe. Den Fernsehzuschauern wurde Isa vor allem durch die Mitwirkung in großen TV-Produktionen von Dieter Wedel (†) bekannt, mit dem sie auch einige Jahre liiert gewesen ist. Wedel hat beispielsweise

Bekannte Linzer

„Den großen Bellheim“ und den „König von St. Pauli“ gedreht. Haller lebt heute mit ihrem Sohn Justin in Wien.
In Wien wohnt auch ein anderer gebürtiger Linzer, der kaum noch für einen solchen gehalten wird: der Schauspieler Wolfgang „Trautmann“ Böck (64). Sein Vater stammt aus Neufelden im Mühlviertel, wo auch Wolfgangs Oma „Mecki“ lebte, bei der er oft die Ferien verbrachte. Aufgewachsen ist Böck allerdings in einer Reihenhaussiedlung in Linz-Keferfeld.

Als Besucher kommt er mittlerweile wieder öfter nach Linz und nach Neufelden, obwohl er im Burgenland, wo er auch als Intendant der Schlossspiele Kobersdorf arbeitet, sein zweites zu Hause gefunden hat. Aus dem Mühlviertel stammt Hannelore Kramm (75), die Frau des deutschen Sängers Heino. Als Hannelore Auer wurde sie 1942 in St. Veit geboren, aufgewachsen ist das Postmeisterstöchterlein in Linz-Urfahr. Zum Film kam sie durch den Regisseur Franz Antel, der zu Beginn der 1960er-Jahre mit Hannelore Auer liiert war und ihr folglich viele Nebenrollen in seinen Filmkomödien und Schlagerfilmen gab.

Neue Generation

Der Schauspieler Ferry Öllinger wurde 1959 als Sohn eines Landwirts in Leonding geboren. Richtig bekannt wurde er durch seine Rolle als Postenkommandant Kroisleitner in der TV-Serie „Soko Kitzbühel“. Zu Hause ist Öllinger in Ottensheim, wo 1961 die Actrice Sophie Rois (56) zur Welt gekommen ist. Als Buhlschaft im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen 1998 wurde die vielseitige Schauspielerin in Österreich populär.

Zur neuen Schauspielergeneration aus Oberösterreich gehört die 1990 in Linz geborene Miriam Fussenegger (27), die 2015 bei den Salzburger Festspielen mitgewirkt hat und zuletzt in Windhaag bei Freistadt in dem Krimi „Der Tote im See“ vor der Kamera stand.
Aus Bad Goisern, wo er 1935 das Licht der Welt erblickte, stammt der 2004 in München 69-jährig verstorbene Herbert Andreas Greunz, der unter dem Künstlernamen Herb Andress beim Film Karriere machte.

Wegen seines markanten, scharf geschnitten Gesichts wurde er in Hollywood gern für deutsche Offiziersrollen besetzt. Dem deutschen Publikum ist er vor allem durch seinen Rollen in Fassbinder-Filmen wie beispielsweise „Lili Marleen“ im Gedächtnis geblieben.

TV-Star Kreindl

Wie Andress ist auch Werner Kreindl – er starb 1992 – in München begraben. In den 1970er- und 1980er-Jahren war er häufig im deutschen Fernsehen zu sehen. Durch die Krimiserie „SOKO 5113“, die ab 1978 lief, wurde der 1927 in Wels geborene Kreindl einem breiteren Publikum bekannt. Aufgewachsen ist er in Vöcklabruck und verheiratet war er mit der Schauspielerin Diane Körner.

Aus Wels kommt auch der 1954 geborene Regisseur Andreas Gruber (63). Von seinem Bad Ischler Kollegen und Vornamensvetter Andreas Prochaska (53), der zwar in Wien geboren wurde, aber in Ischl aufgewachsen ist, wird jetzt der TV-Straßenfeger „Das Boot“ neu eingespielt. Gebürtige Oberösterreicher sind auch die Schauspielerinnen Mercedes Echerer (Linz-Kleinmünchen), Kati Lux (Kirchdorf/Krems), Fritz Eckhardt (Linz) alias „Tatort“-Kommissar Marek sowie Hubert Wolf (Braunau) alias „Papa Lutz“.

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!