„Durch das Wirtesterben stirbt erneut ein wichtiges Stück der Kultur Österreichs!“ Mit diesen beklemmenden Worten gab der Linzer Gastronom Günter Hager bei der „Wochenblick“-Podiumsdiskussion zum Wirtesterben am Montag den Takt vor. Rund 130 Gäste waren gekommen. An Interesse bezüglich des brisanten Themas fehlte es nicht.

Auch einige Wirte besuchten die Veranstaltung im Ansfeldner Gasthaus Stockinger – vertreten waren sie sowohl im Publikum als auch auf dem Podium.

„Unsere Wirte müssen mit einer Stimme sprechen“ 1Krise für Gastronomen und Mitarbeiter

In der Diskussionsrunde hatten sich neben Günter Hager und Michael Fürtbauer, einem Kirchenwirt aus Ohlsdorf, wichtige Interessenvertreter der Gastronomie versammelt. Für die Rechte der Arbeitnehmer, aber auch der bedrohten Wirte, machte sich der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft „vida OÖ“ Engelbert Eckhart stark. Er plädiert vor allem für die Aufstockung des Mindestlohns in der Hotel- und Gastronomiebranche.

Gastgeber Thomas Mayr-Stockinger, selbst Gastwirt und zugleich oberösterreichischer Wirtesprecher sowie Wirtschaftskammerfunktionär, betonte die Wichtigkeit der Branche und die große Verantwortung der Politik. Auch diese war vertreten: Nationalratsabgeordneter Leo Steinbichler vom „Team Stronach“, selbst erfahrener Landwirt, Bauern-Rebell und Kaufmann, gehört zu den Insidern der Branche, kennt die Probleme vieler Gastronomen.

Regierung in der Verantwortung

„Verantwortlich für eine Politik im Interesse der Wirte ist nicht das Parlament, sondern die Regierung“, betonte Steinbichler. Eine weitere Belastung für viele Wirte: Die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und der Mangel an einheimischen Fachkräften. Letzteres Problem erkannte auch Mayr-Stockinger, der als Vertreter der Wirtschaftskammer viele Schilderungen nachvollziehen kann. Es hätten jedoch in den letzten Jahren auch zahlreiche neue Betriebe geöffnet, gab Mayr-Stockinger zu bedenken: „Die Gastronomie ist bunter geworden.“

Leo Steinbichler stellt jedoch klar: „Meine 14 Enkel sollen nicht nur Kebap- oder Pizzastände besuchen müssen.“ Zweifelsohne handelt es sich bei österreichischen Wirten um ein wichtiges Kulturgut, hier kann sich das Volk versammeln, auch mal dem Unmut Luft machen. Es drohe mit der sich bedrohlich ausbreitenden Systemgastronomie zunehmend ein „Welteinheitsfraß“, unterstrich auch Hager.

„Unsere Wirte müssen mit einer Stimme sprechen“ 2

Regionale Lebensmittel statt Schleuderware

Fürtbauer, Wirtesprecher des „Rings freiheitlicher Wirtschaftstreibender“, appellierte an das Bewusstsein der Kunden für Ernährung aus heimischen, gesunden Lebensmitteln: „Ein 1,90 Euro Schnitzel kann einfach nicht aus Österreich kommen.“

Fest stand nach einer bewegten, mehr als zwei Stunden umfassenden Diskussion: Viele Probleme sind – trotz der Schwierigkeiten einer auch in der Gastronomie globalisierten Welt –  hausgemacht. Steinbichler überraschte mit einem gewitzten Vorschlag: „Wenn sich nichts ändert, dann müssen die verantwortlichen Politiker nicht unbedingt bedient werden.“

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