Es war ein Fall, der bundesweit großes Entsetzen auslöste: Die 16-jährige Manuela K. war mutmaßlich von ihrem syrischen Ex-Freund Yazan A. bestialisch ermordet worden. Gegen die verhängte Höchststrafe will sich dieser nun juristisch zur Wehr setzen…

Im Nachlauf waren immer grausamere Details bekannt geworden: Denn Yazan A. (20) soll Manuela aus Eifersucht nicht nur mit einem Gürtel erdrosselt haben. Sondern er soll ihre Leiche auch noch geschändet haben, ehe er sie in einem Laubhafen im Wodica-Park in Wiener Neustadt verscharrte. Die Anklageschrift unterstellte damals, dass er mit der Toten noch vaginalen Verkehr gehabt haben soll und auf ihre Leiche ejakulierte – Wochenblick berichtete im Herbst über die ekligen Details des Falles.

Ersturteil: 15 Jahre, Einweisung in Maßnahmenvollzug

Stunden nach der Tat konnte die Polizei den flüchtigen Syrer dann in Wien dingfest machen, im Oktober folgte der erste Prozess. Der Tatverdächtige stritt die Tötung im Vorfeld ab, sprach von einem Unfall, bei dem das Mädchen unglücklich auf die Parkbank gestürzt sei. Weshalb er selbst in einem solchen Fall keine Hilfe geholt hätte, blieb Yazan A. schuldig. Wer auf ein reumütiges Geständnis hoffte, wurde enttäuscht.

Das Erstgericht sah seine Schuld als erwiesen an, nach stundenlanger Beratung folgte das Urteil der Geschworenen: 15 Jahre Haft mit folgender Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der beigezogene Gutachter hatte im zum Auftakt des Prozesses eine „Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit emotional instabilen, narzisstischen und dissozialen Anteilen“ attestiert.

Anwalt empfindet Strafe als „unverhältnismäßig“

Sein Anwalt Andreas Reichenbach meldete gegen dieses Urteil allerdings umgehende Berufung, die zweite Verhandlung findet am 26. Juni vor dem Oberlandesgericht (OLG) Wien statt. Der Rechtsbeistand führt vor allem ins Feld,  sein Mandant sei vor der grausamen Tat angeblich unbescholten gewesen. Daher sei die „Höchststrafe unverhältnismäßig“.

Der Fall führte damals zu einer breiten Anteilnahme, zu einer Trauerveranstaltung kamen damals trotz eisiger Temperaturen etwa 500 Personen. Kurios daran: Weil auch Rechte zum Gedenken mobilisierten, wohnte auch der Verfassungsschutz der Veranstaltung bei.

Syrer war bereits amtsbekannt

Trotz der rechtlichen Unbescholtenheit – diese gilt bei Verurteilungen unter einem halben Jahr oder 180 Tagessätzen – war Yazan A. schon vor der Tat kein unbeschriebenes Blatt. Medienberichten zufolge war Yazan A. bereits amtsbekannt, zudem ein Verfahren zur Aberkennungs des Asylstatus anhängig. Bereits in den Jahren 2017 und 2018 verurteilte ihn laut Krone ein Gericht wegen Körperverletzungen zu Geldstrafen. Trotz des ersten  Urteils gilt für den mutmaßlichen Mädchenmörder weiterhin die Unschuldsvermutung.