Seit über 200 Jahren gilt der im Volksmund als „Urfix“ bekannte Urfahranermarkt als Institution, die allen Krisen trotzte – aufgrund der aktuellen Coronakrise soll nach bisherigem Stand nach dem Frühjahrsmarkt auch der Herbstmarkt entfallen. 

Pro Veranstaltung pilgern seit Jahren zwischen 400.000 und 650.000 Besuchern auf das beliebte Volksfest am Urfahraner Marktgelände. Und unter normalen Umständen hätten sich auch vom 26. September bis zum 4. Oktober wieder Besucher rund um allerhand Schausteller, Imbiss-Stände und Bierzelte getummelt. Dass die Absage bereits vor Wochen still und leise vonstatten ging, stößt FPÖ-Vizebürgermeister Markus Hein sauer auf.

Hein: „Urfix“ Absage lässt alle Beteiligten im Stich

Er fordert daher jetzt „kreative Lösungen anstatt Ideenlosigkeit“. Auch unter derzeitigen Bedingungen, so der blaue Stadtparteichef, müsse eine „angepasste Version des Marktes“ möglich sein. Der Linzer Marktreferent Bernhard Baier (ÖVP) wähle mit dem Abblasen der Veranstaltung „zum Leidwesen aller die für ihn einfachste Lösung“ und lasse damit die Schausteller, Gastronomen und alle potenziellen Besucher im Stich.

Hein wiest darauf hin, dass ein eigens abgegrenzter Bereich für Schausteller mit einer Obergrenze für Besucher machbar wäre. Verkaufs-, Imbiss- und Streetfood-Stände könnten daneben als zulässiger Markt ihren Platz finden – immerhin sei dies auch für die Christkindlmärkte möglich. Auch ohne große Festzelte könne man einen angemessenen Herbstmarkt in dieser „Light-Version“ veranstalten.

Herausforderungen mit Kreativität und Ehrgeiz begegnen

Zu bedenken, so der freiheitliche Vizebürgermeister, dass vergleichbare Veranstaltungen in anderen Städten – so etwa der Wiener Prater, die Salzburger Festspiele und auch Großdemos aller Art – erlaubt seien. Es müsse demnach auch möglich sein, einen „kleinen Herbstmarkt für die Linzerinnen und Linzer zu realisieren.“ Dass viele Menschen wegen „Unwillen und Ideenlosigkeit“ des politischen Mitbewerbers „wieder durch die Finger schauen“ müsse, sei hingegen „nicht fair“.

Er habe Verständnis dafür, dass die Corona-Krise seine Heimatstadt vor eine Reihe neuer Herausforderungen stelle. Allerdings könne man diese nur lösen, wenn man ihnen auch „mit der nötigen Kreativität und Ehrgeiz“ begegnen. Anstatt krisengebeutelten Marktfahrern und Schaustellern „vor den Kopf zu stoßen“, sollte man alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit die Linzer zu ihrem „Urfix“ kommen, so Heins Plädoyer.