Nachdem der grüne Gesundheitsminister Rudi Anschober vor allem junge Menschen und Männer bei der Corona-Vorbeugung in die Pflicht rief, kochen die Wogen hoch – auch wegen des Tonfalls des ausgebildeten Volksschullehrers.

Genau diese „Lehrermentalität“ stößt FPÖ-Generalsekratär Michael Schnedlitz sauer auf. Dass Anschober „erkrankte Menschen pauschal mittels ‚Krankheits-Shaming'“ bloßstelle, sei eine „ungeheuerliche Entgleisung“. Dieser solle sich vielmehr endlich um Lösungen und Sachpolitik bemühen. Zudem hätten es österreichische Bürger verdient, „höflich und korrekt“ angesprochen zu werden. Sie „als ‚Partytiger‘ abzukanzeln“ sei hingegen eine „bodenlose Frechheit“, mit welcher der Minister deutlich eine Grenze überschreite.

Anschober: Urlauber sollen sich „zusammenreißen“

Stein des Anstoßes war ein Tweet, den Anschober am Dienstagnachmittag absetzte. Dabei rief er Auslandsurlauber dazu auf, sich „zusammenzureißen“:

Die Kritik eines Journalisten, dass man nicht allen Corona-Infizierten ein Fehlverhalten anhängen könne, konterte Anschober wie folgt: „Stimmt. Wir haben aber mittlerweile soviele Berichte von Strandpartys herinnen….. Und DAS geht einfach nicht.“ Von einem Zurückrudern also keine Spur.

Schnedlitz fordert „Konzepte statt Larifari-Schmähs“

Auch Schnedlitz wundert sich daher „wohin diese Regierung abdriftet“. ÖVP-Innenminister Nehammer drohe mit Sanktionen, Anschober beschimpfe Urlaubsheimkehrer und Kanzler Kurz (ÖVP) verhänge undurchdachte Reisewarnungen. So könne es nicht weitergehen, lautet das Fazit des blauen Spitzenpolitikers: „Österreich benötigt nach sechs Monaten Krise endlich konkrete Konzepte und keine Larifari-Schmähs aus der schwarzen Trickkiste“.

Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass der frühere oö. Integrationslandesrat Anschober mit einer misslungenen Adresse an die Bevölkerung auffällt. Zum Zeitpunkt, als es noch strenge Einschränkungen für Begräbnisse gab, riet er einer Großfamilie, einfach eine Beerdigung via Livestream wahrzunehmen. Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) befand damals, der Vorschlag sei „an Pietätlosigkeit nicht zu überbieten“ – Wochenblick berichtete.