Heute fand der Prozess gegen eine 35-jährige Innviertlerin am Landesgericht Ried statt. Sie hat gegen die Corona-Quarantäne-Verordnungen verstoßen. 
Obwohl sie bereits mit Corona infiziert war und unter strikter Hausquarantäne stand, ging die Frau in einer kleinen Gemeinde im Bezirk Braunau spazieren. Eine Nachbarin rief daraufhin die Polizei. Jetzt wurde sie verurteilt.

Spaziergang bei der Polizei verraten

Eine Nachbarin, die von der Erkrankung wusste, beobachtete sie dabei und zeigte sie prompt bei der Polizei an.
Bei der Einvernahme sagte die 35-Jährige laut dem ORF, dass sie nur eine kleine Runde gegangen sei, niemanden gefährden wollte und es ihr Leid tue. Ihr drohten bis zu drei Jahre Haft!

Richter: Denunzieren sollte nicht Volkssport werden

Strafrichter Stefan Kiesl verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe von 1200 Euro. Die bisherige Unbescholtenheit der Frau habe sich mildernd auf das Urteil ausgewirkt. Außerdem habe die Frau niemanden unmittelbar gefährdet beim Spaziergang. Kiesl ließ es sich in seinem Urteil nicht nehmen, leise Kritik am Verhalten der Nachbarin zu üben: „Das Denunzieren sollte nicht zum Volkssport werden. So eine Gesellschaft finde ich persönlich nicht lebenswert.“

30 Anzeigen in Oberösterreich

In Oberösterreich soll es bisher zu 30 Anzeigen aufgrund von Quarantäne-Verstößen gekommen sein. Wenn ein Corona-Erkrankter wissentlich in Kauf nimmt, andere Menschen mit dem Virus anzustecken, drohen Haft- und Geldstrafen. Der Tatbestand der „Verbreitung von ansteckenden Krankheiten“ war bereits vor „Corona“ Teil des Strafrechts. Wesentlich ist das Wissen um eine Corona-Erkrankung, um den Tatbestand erfüllen zu können.
Wer aber auch nur als Corona-Verdachtsfall gilt und die Quarantäne bricht, muss trotzdem eine hohe Geldstrafe bezahlen.

6 Monate Haft, Geldstrafe

Bereits am Mittwoch fand der erste Prozess dieser Art in Kärnten statt. Dabei wurde eine 49-jährige Bosnierin schuldig gesprochen und zu 6 Monaten bedingter Haft sowie einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Der Richter habe ein Exempel statuieren wollen um folgende Corona-Sünder abzuschrecken.