Aufgrund einer Bürgerpetition war ein Gericht in Lissabon gezwungen, verifizierte Sterbedaten zu COVID-19-Fällen zu liefern. In nur 0,9% der Fälle stellte das Gericht COVID-19 als Todesursache fest. Der Rest der 17.000 gemeldeten „Corona-Toten“ ist aus anderen Gründen verstorben und hatte lediglich einen positiven PCR-Test. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control) hatte bereits im Jänner bekanntgegeben, dass 94% der als COVID-Tote geführten, ihren Vorerkrankungen erlegen sind.

Der Artikel wurde am 1. Juli überarbeitet. Das Urteil behauptet nicht explizit, dass es sich in exakt 0,9 Prozent der Fälle um Corona-Tote handelte. Wie hoch die Dunkelziffer ist, ist unklar. Wochenblick hat den bestehenden Artikel deswegen um eine kritische Einordnung erweitert.

Von Christoph Uhlmann

  • Portugiesisches Gericht stellt nur 152 verifizierte Corona-Tote fest. Rest der 17.000 Fälle an anderen Ursachen verstorben.
  • Betrug und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  • Fragwürdige Zählweise der Corona-Toten.
  • US-Gesundheitsbehörde erklärte im Jänner, dass nur 6% der Toten tatsächlich auf Corona zurückzuführen sind.

Wieder Sensationsurteil aus Portugal

Schon einmal war es ein portugiesisches Gericht, das für Jubel unter den Maßnahmen-Kritikern sorgte, als es im November die PCR-Tests als nicht geeignet ansah, um eine Infektion festzustellen. Jetzt sorgt wieder ein portugiesisches Gericht mit faktenbasierten Erkenntnissen für Aufregung: Nur 152 „unter der Aufsicht des Justizministeriums ausgestellte Urkunden“ betreffen Menschen, die AN Corona verstorben seien. 

Die Zahlen betreffen den gesamten Zeitraum zwischen Jänner 2020 und April 2021. Das mag zwar heißen, dass auch andere Personen direkt AN der Krankheit verstorben sind. Dass dies für die gesamte offizielle Zahl von 17.000 Sterbefallen gilt, ist allerdings so gut wie ausgeschlossen. Wie der TKP-Blog hinweist, würden „alle Sterbeurkunden unter Aufsicht des Justizministeriums ausgestellt“, weil es in Portugal keine andere Institution geben, die sie ausstelle.

Ein großer Anteil der über 16.000 Personen könnte also mit positivem PCR-Test, nicht aber direkt AN Corona verstorben sein. Genaue, seriöse Zahlen sind nicht verfügbar – aber fürs erste konnte das zuständige Gericht einen unmittelbaren Corona-Tod nur bei besagten 152 Toten feststellen. Die Frage, wie hoch die Dunkelziffer in beide Richtungen ist – also nicht verifizierte Fälle, aber auch irrtümlich oder aufgrund kreativer Zählweisen zugeschriebene – war nämlich nicht Gegenstand der Verhandlung.

Ominöser „Faktencheck“ räumt Zweifel nicht aus

Eine portugiesische „Faktenchecker-Plattform“ erklärt das Auftauchen dieser Zahl damit, dass es sich bei den „152 Toten“ um jene Fälle handelt, die im Zuge einer Autopsie von Amtsärzten festgestellt wurden, diese seien nur ein Bruchteil der portugiesischen Ärzte. Das Portal sieht daher darin keinen automatischen Widerspruch zur offiziellen Zahl.

Darüber, welcher Anteil an Ärzten für Autopsien befugt ist und in welchen Fällen eine solche bei „Corona-Toten“ in Erwägung gezogen wird, klärt man hingegen nicht auf. Und, dass man sich dabei erst recht wieder auf die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit (Direção-Geral da Saúde) beruft, schafft kein wirkliches Vertrauen. Besieht man etwa die deutsche Intensivbetten-Lüge, wäre es nämlich nicht die erste Corona-Zahlentrickserei, die nach anfänglichem Dementi herauskommt.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Ungeachtet dessen, wie viele Personen nun in der Tat „AN Corona“ verstarben, schlägt das Urteil hohe Wellen im maßnahmenkritischen Bereich. Denn die offiziellen Zahlen waren in vielen westlichen Ländern die Grundlage für teilweise massive Einschnitte in die Grund- und Freiheitsrechte. Je größer die Dunkelziffer an Personen, die tatsächlich an anderen Ursachen, also lediglich „MIT“ Corona, verstarben, desto pikanter wäre es für die politischen Verantwortlichen.

„Wenn diese Zahlen auch in anderen Ländern in der gleichen Größenordnung liegen, und es gibt keinen Grund, etwas anderes anzunehmen, dann handelt es sich um einen Betrug ungeahnten Ausmaßes und es wurden hier Verbrechen gegen die Menschlichkeit in großem Stil begangen,“ zitieren die „America’s Frontline Doctors“ den portugiesischen Blog „andre-dias.net“. Dort ist der Beitrag allerdings derzeit nicht mehr verfügbar – aus unbekannten Gründen.

Auch der Corona-Ausschuss rund um Dr. Reiner Fuellmich sieht das ähnlich und bereitet Klagen wegen solcher „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor. In Anlehnung an die Nürnberger Ärzteprozesse nach dem 2. Weltkrieg wird von Nürnberg 2.0 gesprochen (Wochenblick berichtete hier und hier).

Die fragwürdige Zählweise bei Corona-Toten

Wie Wochenblick berichtete ist die Zählweise bei Corona-Toten durchaus kurios. Zumindest all jene, die bis zu 28 Tage vor dem Tod mittels PCR positiv getestet wurden, werden als Corona-Tote gezählt. Dass hinter dieser Zählweise ernstzunehmende gesundheitspolitische Überlegungen stehen, darf bezweifelt werden. Auch in Österreich gilt eine ähnliche – nicht unbedingt evidenzbasierte – Zählweise, die auch bereits in einem Gerichtsurteil bemängelt wurde.

CDC reduzierte Zahl der Corona-Toten auf 6%

Im Jänner des heurigen Jahres ließ bereits die US-Gesundheitsbehörde CDC aufhorchen, als sie bekanntgab, dass 94% der angeblichen Corona-Toten in Wahrheit an ihren Vorerkrankungen verstorben seien (Wochenblick berichtete). Und schon im Vorjahr stellte der Hamburger Pathologe Prof. Klaus Püschel im Zuge damals eigentlich untersagter Obduktionen an rund 100 „Corona-Toten“ fest, dass beim überwiegenden Teil der Verstorbenen Covid-19 nicht die Todesursache war. Es dürfte also auch in der Portugal-Behauptung womöglich mehr als nur ein Funken Wahrheit stecken.

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