US-Fastfoodkette: Maschinen statt Mindestlohn
Foto: flickr/Mike Mozart/ (CC BY 2.0)

Der Mindestlohn feuert zurück: Als Antwort auf die Forderungen von mindestens 15 Dollar Entlohnung pro Stunde hat die US-Amerikanische Fastfoodkette „Wendy’s“ angekündigt, bis Ende des Jahres in all ihren 6.000 Restaurants Selbstbedienungsautomaten aufzustellen.

Bereits 2014 protestierten Tausende von Fast-Food-Arbeitern in 150 US-Städten für höhere Löhne bei McDonald’s und Co. Die Initiative „Fight for 15“ rief zu zivilem Ungehorsam und Sitzblockaden auf. Tausende von Mitarbeitern zogen in 150 Städten durch die Straßen, demonstrierten und legten mit Sitzblockaden den Verkehr lahm. Es war der größte bisherige Streik in der US-amerikanischen Fastfood-Branche.

Der Streit um den Lohn bei Fastfood-Ketten gehört zu einer größeren Bewegung in den USA, die sogar von Präsident Obama unterstützt wird. Seine Partei wollte ursprünglich den Mindestlohn bis 2016 von 7,25 Dollar auf 10,10 Dollar pro Stunde anheben. Der Fastfood-Riese McDonalds hob sie 2015 um einen Dollar an.

Vor zwei Monaten dann der Durchbruch: In den Bundesstaaten New York und Kalifornien haben die zuständigen Gouverneure eine schrittweise Erhöhung des Mindestlohns gesetzlich fixiert, abhängig von Region und Geschäftszweig. In New York City soll er bis Ende 2019 tatsächlich 15 Dollar betragen.

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Die Gegner machen sich bisweilen darüber lustig (siehe Bild rechts) und scherzen mit Bildkompositionen über die Forderungen der Aktivisten. Besonders aus dem wirtschaftsiberalen Lager sind die Gegenstimmen laut. Hauptargument: Der Mindestlohn kostet Jobs. Unternehmer würden bei einem staatlich erzwungenen Minimumgehalt einfach andere Mitarbeiter kündigen oder die Preise erhöhen, um so die Kosten wieder reinzuholen. Ist das wirklich so?

Faktencheck

Zur Zeit verdienen die Mitarbeiter in den amerikanischen Fastfoodketten durchschnittlich $ 8 Dollar pro Stunde. Der Mindestlohn von $ 15 Dollar würde also fast eine Verdoppelung ausmachen. Dass Unternehmer ihren Mitarbeitern nicht ohne eine Veränderung der Strukturen einfach das Doppelte bezahlen, liegt wohl auf der Hand.

Jobvernichtung in Deutschland

Im Januar 2015 wurde der Mindestlohn in der BRD auf 8,50 Euro angehoben. Von der SPD und den Grünen als Erfolg gefeiert, sind die Auswirkungen aber verheerend. Taxis, Bäcker, Friseure und Gastgewerbe sind deutlich teurer geworden. Besonders  den wirtschaftlich schwächeren Ostgebieten gelang die Anpassung der Betriebe wesentlich schwerer. Seit Einführung hat der Mindestlohn 160.000 „Minijobs“ vernichtet. Minijobs sind geringfügig bezahlte Tätigkeiten bis zu einer Grenze von 450 Euro. Die meisten dieser Tätigkeiten wurden wohl in die Schwarzarbeit getrieben. Der Linzer JKU-Wirtschaftsprofessor Dr. Friedrich Schneider hatte dies bereits vor Einführung vorhergesagt. Wie die deutsche SPD fordert auch die SPÖ in Österreich einen Mindestlohn, allerdings 1500 Euro brutto für alle Tätigkeiten. Die Einführung eines Mindestlohns führt besonders im hart umkämpften Niedriglohnsektor mittel- und langfristig zu einer höheren Arbeitslosigkeit, da Menschen mit keiner oder nur geringer Ausbildung keine Möglichkeit bekommen, arbeiten zu dürfen. Sie werden von Unternehmen nicht mehr angestellt, da ihre Kosten zu hoch sind.

 

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