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Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich haben in der letzten Nacht mehrere Ziele in Syrien bombardiert. Nun droht Russland mit Konsequenzen.

110 Raketen – vermutlich des Typs „Tomahawk“ – wurden in der gestrigen Nacht auf mehrere Ziele in Damaskus (Hauptstadt Syriens) und Homs abgefeuert. Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA meldet, wäre ein Großteil der Raketen von der syrischen Armee abgefangen worden. Durch die Angriffe wurden mindestens drei Zivilisten verletzt, eine Forschungseinrichtung, sowie ein ziviles Gebäude wurden zerstört.

Illegale Attacke auf Syrien

Es handelt sich hierbei bereits um den zweiten illegalen US-Raketenangriff auf Syrien. Bereits im April letzten Jahres hatte Trump eine Luftwaffenbasis in Syrien bombardiert. Dabei waren sechs Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden.

Die offizielle Begründung für die Angriffe war – wie bereits 2017 – ein bisher ungeklärter „Giftgasanschlag“, für den die Vereinigten Staaten den syrischen Präsidenten Assad verantwortlich machen.

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Trump kündigte die Raketenschläge unter dem Jubel des US-Establishments auf Twitter an.

Angeblicher „Giftgasangriff“ als Kriegsgrund

Der Pressesprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hatte erst gestern ein Video präsentiert, in dem Augenzeugen den angeblichen „Giftgasanschlag“ als Inszenierung bezeichneten. Auch der deutsche Nahost-Experte Günter Meyer hatte Zweifel an der offiziellen Version geäußert.

Der Professor geht – ebenso wie Russland – von einem Angriff unter „falscher Flagge“ aus, die von den sogenannten Weißhelmen durchgeführt worden sei. Dabei handelt es sich um eine umstrittene Gruppierung in Syrien, die von Großbritannien finanziert wird. Meyer betont weiter, dass eine solche Attacke aus Sicht der syrischen Regierung keinerlei Sinn ergeben würde.

Islamischer Staat nutzt amerikanischen „Feuerschutz“

Direkt nach den Raketenangriffen auf Damaskus startete auch der Islamische Staat (IS) laut Medienberichten eine Offensive im südlichen Teil der Stadt.

Kritiker hatten bereits in der Vergangenheit öfter auf die direkte und indirekte Unterstützung des IS durch das us-amerikanische Militär aufmerksam gemacht. Beide Parteien eint der Kampf gegen den legitimen, gewählten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Russland kündigt Konsequenzen an

Anatoly Antonov, der russische Botschafter in den USA, kritisierte den widerrechtlichen Angriff der Vereinigten Staaten massiv. Er kündigte an, dass solche Handlungen nicht ohne Konsequenzen bleiben würden.

Die Verantwortung für eine Eskalation würde jedoch nicht bei Moskau, sondern bei Washington, London und Paris liegen. Er betonte außerdem, dass die Vereinigten Staaten als Staat mit dem größte Arsenal an chemischen Waffen weltweit, kein moralisches Recht besitzen würden, andere Staaten in dieser Angelegenheit zu kritisieren. Russlands Präsident Wladimir Putin fordert jetzt eine Sitzung des UN-Weltsicherheitsrats.

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Die umstrittene deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin: Stehen sie sich bald in einem bewaffneten Konflikt gegenüber?

Merkel unterstützt brutale US-Attacke

„Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen“, betonte indes die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine direkte Beteiligung an den westlichen Militär-Attacken hatte sie noch vor wenigen Tagen vorerst ausgeschlossen.

Diesen Samstag betonte Merkel jedoch: „Wir unterstützen es, dass unsere amerikanischen, britischen und französischen Verbündeten als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in dieser Weise Verantwortung übernommen haben.“