Im Dezember 2018 gab die Rede der 16-jährigen „Klima-Greta“ Thunberg bei einer Klima-Konferenz vielen Kindern und Jugendlichen den Anstoß, um bei der freitäglichen Schulverweigerung gegen die Erderwärmung zu protestieren.

Ein Kommentar von Julian Utz

David gegen Goliath?

Der deutsche Autor Thorsten Hinz beschrieb das schwedische Mädchen humoristisch als „eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und autistischem Backfisch“. Das allgemeine Credo lautet „Denn der Klimawandel wartet nicht auf unseren Schulabschluss!“ und rechtfertigt so kein gewöhnliches Schulschwänzen. Ein „Schülerstreik“ soll die Mächtigen dieser Welt in die Knie zwingen und sie dazu bringen, eine klimafreundlichere Politik in die Wege zu leiten, denn was nützt einem schon ein Bachelor oder ein Abschluss in „Gender-Wissenschaften“, wenn sich die Erde in baldiger Zukunft in einen Hochofen verwandeln würde?

„Wäre heute Samstag, wäre ich gar nicht hier“

Aber anders als geplant gibt es keinen Zorn der „herrschenden Klasse“ auf die kleinen „Klima-Ritter“…oder „-Retter“. Im Gegenteil. Bundespräsident Van der Bellen empfing vergangenen Montag die Organisatoren der „FridaysForFuture“-Bewegung und äußerte betroffen sein Verständnis für die Proteste: „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für die Menschheit.“ Auch sonst gab es nur entzückenden Applaus und keine Empörung, Klassenbucheinträge oder Elternbriefe. Ob auch an einem Samstag so viele demonstrieren würden, bleibt jedoch fraglich…