Was für ein Nervenkitzel! Mehr als sieben Monate hatte der bereits jetzt legendäre Bundespräsidentenwahlkampf 2016 gedauert. Am 4. Dezember fand die entscheidende Stichwahl zwischen dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer und dem – offiziell unabhängigen – Ex-Grünen-Boss Alexander Van der Bellen statt.

Das Zittern war auf beiden Seiten bis zum Schluss groß: Mit wenigen Prozenten Vorsprung gewann schließlich Van der Bellen.

Laut offiziellem Endergebnis konnte er 53,8 Prozent der Wähler für sich überzeugen.

Überraschender Vorsprung

Bei der ersten, am 4. Dezember wiederholten Stichwahl vom Mai 2016 betrug der Vorsprung gegenüber Hofer nur knapp 31.000 Stimmen. Erstaunlicherweise konnte VdB im Dezember schließlich seinen Vorsprung plötzlich auf mehr als 348.000 Stimmen ausbauen.

An dieser neuen Stichwahl konnten auch viele Erstwähler teilnehmen, die bei der ersten Stichwahl im Mai noch nicht wählen durften.

„Für das Brückenbauen“

Auf seiner Facebook-Seite feiert Van der Bellen das kleine Jubiläum, präsentiert eine kleine Fotoserie aus seinem ersten Amtsjahr.

„Für das Gemeinsame, das Miteinander und das Brückenbauen“, heißt es auf Facebook.

„Gräben zuschütten“

Im Wahlkampf hatte Van der Bellen sich vor allem als Alternative zum FPÖ-Kandidaten Hofer beworben.

Dabei präsentierte er sich als überparteilicher Vermittler zwischen den Österreichern, versprach „Gräben zuzuschütten“.

Kritik an VdB

Kritiker bemängeln nun, VdB würde sich angesichts der aktuellen schwarz-blauen Regierungsverhandlungen unpassend verhalten. So soll er unter anderem angekündigt haben, bestimmte FPÖ-Politiker nicht anzugeloben („Wochenblick“ berichtete).

Das sorgte bei zahlreichen Österreichern für spürbaren Unmut. Laut einer brisanten Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts „Unique Research“ beurteilen inzwischen nur noch rund 42 Prozent der Österreicher VdBs Amtsführung im Zuge der Verhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ als „gut“ oder „sehr gut“.

Sinkende Beliebtheit

35 Prozent der Befragten beurteilen die Arbeit des Bundespräsidenten aktuell dagegen als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. 23 Prozent wollten sich gemäß Umfrageergebnis nicht zu unserem Bundespräsidenten äußern.