Am Mittwochmorgen fand in Berlin eine spektakuläre Polizeiaktion gegen die Islamistenszene in der deutschen Bundeshauptstadt statt. 

Ein wahres Großaufgebot der Berliner Polizei – nicht weniger als 450 Beamte – waren im Einsatz, um insgesamt 20 Hausdurchsuchungen gegen 12 Verdächtige durchzuführen. Die Riesen-Polizeiaktion fand laut FAZ in den Stadtteilen Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg statt.

Berliner Islamistenszene wächst weiter

Betroffen von der „Aktion scharf“ waren private Wohnungen und Gewerberäume, laut Polizei allerdings keine Moscheen. Der begründete Verdacht laut auf Terrorfinanzierung. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft erklärte, es gäbe einen „Strauß von Vorwürfen“ gegen die Verdächtigen darunter Bedrohung und Betrug.

Die deutsche Bundeshauptstadt verfügt seit Jahren über eine aktive Islamistenszene, der jüngste Verfassungsschutzbericht nennt ein Personenpotenzial von 2.170 Menschen. Damit wuchs die islamistische Szene auch im vergangenen Jahr an, denn diese Zahl ist um 180 Personen größer als noch 2018.

Verbindung zu Corona-Soforthilfe-Betrug?

Wie deutsche Medienberichte durchklingen lassen, könnten die nunmehrigen Razzien auch eine Folge des Umstands sein, dass Berliner Islamisten sich teilweise tausende Euro an Corona-Soforthilfe erschlichen. Bereits als die Vorwürfe bekannt wurden teilte die Staatsanwaltschaft mit, auch eine mögliche Verwendung für die Finanzierung terroristischer Aktionen zu prüfen. Bereits im Mai gab es aufgrund damals aufkommender Verdachtsmomente zu fünf Razzien in Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der heutigen Durchsuchung den Erfolg akribischer Ermittlungen – allerdings keinen Grund zur Beruhigung. Deutschland stehe im Fadenkreuz islamistischen Terrors, es sei kein Geheimnis dass Geld aus der organisierten Kriminalität für den Terrorismus zum Einsatz käme. GdP-Landesvize Thomas Spaniel erklärte, dass es gerade deshalb umso wichtiger sei, islamistischen Gefährdern „möglichst früh auf die Füße zu treten“.