Die Eroberung Belgrads war der militärische Grundstein für die Langzeit-Handelsverträge.

Die Befreiung Wiens von der Türkenbelagerung am 12. September 1683 ging ins kollektive Gedächtnis der Österreicher ein und gilt seither als das Ende der türkischen Bedrohung in Europa. Im Grazer Zeughaus widmet der Historiker Harald Heppner den kaum beachteten Verträgen eine Ausstellung. Sie läuft noch bis zum 4. November 2018.

Eine Reportage von Hartwig Eder

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Kriegerischer Wendepunkt

Wirklich gebannt wurde die Türken-Gefahr jedoch erst nach dem Österreichisch-Venezianischen Türkenkrieg und dem daraus resultierenden Frieden von Passarowitz 1718. Mit ihm erreichte auch die Habsburgermonarchie ihre historisch größte Ausdehnung.

Der Sieg von 1683 war lediglich der Beginn einer Serie von ruhmreichen Schlachten seitens der Österreicher, die schließlich die Osmanen aus den europäischen Kernlanden vertreiben sollten. Zum Zeitpunkt der 2. Türkenbelagerung Wiens stand bereits ganz Ungarn, Siebenbürgen und der Balkan unter dem Banner des Halbmonds. Nach der Schlacht am Kahlenberg machte sich Prinz Eugen von Savoyen als brillianter Feldherr schnell einen Namen.

Im selben Jahr konnte bereits Budapest befreit werden. 1687 wurden die Osmanen schließlich aus ganz Ungarn und Siebenbürgen vertrieben. Mit dem Sieg 1716 bei Peterwardein und der Rückeroberung von Temeswar im Banat war Prinz Eugen als Feldmarschall bereits ein gefeierter Volksheld.

Gewinn für die Habsburgermonarchie

Durch die Eroberung der Festung Belgrad 1717 warf Österreich die Osmanen schließlich hinter die Karpaten zurück. Die folgenden Friedensverhandlungen waren eine Glanzstunde in der Geschichte österreichischer Diplomatie. Obwohl die Auswirkungen noch bis heute sichtbar sind gerieten die Verträge von Passarowitz aber mit der Zeit in Vergessenheit.

In den Verträgen von 1718 wurden nicht nur die Gebietszugewinne der Habsburgermonarchie geregelt sondern auch umfassende Handelsverträge abgeschlossen. So erhielten die Händler die Möglichkeit im Osmanischen Reich Handel zu treiben, die Zölle wurden gesenkt und den Habsburgern wurde es gestattet, Konsulate auf osmanischem Gebiet zu errichten.

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