Unter dem Motto „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ (sic) läuft zur Zeit eine Kampagne der deutschen Bundesregierung. Viele Kommentatoren in Sozialen Medien toben. Denn die Bebilderung finden nicht alle Deutschen besonders gelungen. Vereinzelt glauben die Kommentatoren sogar, die Regierung wolle sie verhöhnen oder herabwürdigen.

Ein Kommentar von Willi Huber

Ist das alles „sooo Deutsch“?

In der rechten oberen Ecke prangt ein Herz, das mit den deutschen Farben überpinselt wurde. Daneben prangt der Schriftzug: „Deutschland ist eins: Vieles.“ Und noch ein Element ist auf den insgesamt 15 Bildsujets gleich: neben dem Logo der Bundesregierung steht der riesige Schriftzug: „Das ist sooo Deutsch“. Deutsch sind nach Meinung der Bundesregierung: Gartenzwerge. Dackel. Sauber gestutzte, hohe Gartenhecken. Menschen die an der Kassa ein Glas Gurken kaufen. Besetzte Liegen im Bad. Sandalen mit weißen Socken. Stau auf der Autobahn. Zahllose Verbotsschilder. DDR-Soldaten auf der Mauer. Ein türkischstämmiger „Dönerkoch“. Daneben gibt es auch ein paar bemühte Landschaftsbilder, beispielsweise Garmisch, Elbsandstein, Rhein oder ein Leuchtturm.

Noch spannender als die Plakate ist das Video. Da zeigt sich, dass der Weisse-Socken-Träger in Sandalen ein ansonsten hochgestylter arabischer Migrant ist. Und Deutsche Verbotsschilder natürlich generell ignorieren würden. Da ist man fast schon entsetzt und befürchtet einen Regiefehler, weil die Tanzmariechen keinen somalischen Migrationshintergrund aufweisen.

Was, wenn ein Türke gar nicht Deutscher sein will?

Beurteilen sie selbst, ob Sie Ihr Bild von Deutschland in den Bildern der Kampagne wiederfinden oder ob die Kritiker vielleicht Recht haben.

Henryk M. Broder kommentiert das Döner-Plakat jedenfalls in der Welt so: Was aber, wenn der Türke ein Türke bleiben und nicht in einer Liga mit Dackeln, Gartenzwergen und Sonnenuntergängen spielen möchte? Müsste er dann seinen Dönerladen aufgeben und in die Türkei zurückkehren? Oder dürfte er bleiben, nachdem er „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ gelesen hat?

Giovanni Deriu findet in Tichys Einblick klare Worte: Dass aber eine Bundesregierung Steuergelder in die Hand nimmt, um eine Kampagne gegen das eigene Land, dessen Kultur und deutsch sein zu starten, ist schon sehr befremdlich. Eine Regierung, die ein an sich harmloses Klischee bedient (Tennissocken in Sandalen), um auf etwas ganz anderes abzuzielen?  Und Daniel Matissek erklärt auf Journalistenwatch: Alleine der Slogan der Kampagne „Deutschland ist eins: Vieles“ erweist sich schon als selbstentlarvend. Es ist ein kultureller Relativismus um seiner selbst willen, die Perversion der Beliebigkeit, der Pichlsteiner-Mixtur an Parallelmilieus, die allesamt wild zusammengerührt ein „neues Deutschland“ ergeben sollen, wo dann alle friedlich nebeneinander koexistieren: Rentner vor der Tafel, radikalisiertes Klima-Jungvolk, bekiffte Flüchtlinge vor ihren Unterkünften, arabische und türkische Straßengangs, Omas gegen rechts und grüne Nachhaltigkeitsfanatiker-Familien in ihren Nullzinsfinanzierten postmodernistischen Neubauten.