Dass der Betreiber eines griechischen Restaurants in Wels keinen Bezug zur Pferdeeisenbahn hat, kann man ihm nicht verübeln.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Kaum noch Relikte in Wels

Lieber hat er einen zitronengelb bemalten Schuppen vor der Tür, der offenbar besser zu einem griechischen Lokal passt, als einen, den ein vermeintlich „hinterwäldlerisch“ wirkendes Pferdeeisenbahn-Motiv ziert.

Aber auch wenn es nicht die hohe Malkunst war und der griechische Wirt mit der Geschichte, die hinter diesem naiven Bild steckte und an längst vergangene Zeiten erinnerte, nichts anzufangen weiß – vielen geschichtsbewussten Welsern war dieses Sujet im Laufe der Jahre doch ans Herz gewachsen.

pferdeeisenbahn

Die Pferdeeisenbahn-Ära

Es gibt ohnehin kaum noch Relikte in Wels, die an die große, aber kurze, Pferdeeisenbahn-Ära erinnern. Denn auch die Welser sind mit diesem Erbe nicht immer sorgsam umgegangen, weil es leider keinen „Mythos Pferdeeisenbahn“ gebe – wie Heinz Schludermann bedauert.

Denn würde ein solcher Mythos existieren, wären nicht auch noch in jüngster Zeit erhaltenswerte Gebäude aus der Pferdeeisenbahn-Ära protestlos geschleift und damit für immer vernichtet worden.

Trauer um Pferdeeisenbahn-Bild

Öffentliche Erregung wegen des Verschwindens eines offiziell auch gar nicht schützenswerten Erinnerungsbildes an die Pferdeeisenbahn ist daher nicht zu erwarten. Vereinzelte Trauer darüber aber schon!