Nach fast neun Monaten Corona-Krise sehnen sich die Menschen nach Normalität. Manche Zeitgenossen setzen ihre Hoffnungen daher in die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes. Aber die aussichtsreichsten Kandidaten sind stark umstritten. Was hat es mit den vermeintlichen Heilsbringern auf sich?

Mainstream-Medien überschlagen sich mit Jubelmeldungen: Mehreren Firmen sollen Durchbrüche bei einem Corona-Impfstoff gelungen sein. Ein Mittel des US-Riesen Pfizer und der deutschen Firma BioNTech soll zu 90 Prozent wirksam sein und steht knapp vor der Zulassung. Regierungen stehen Schlange, Deutschland möchte sich 300 Mio., Großbritannien 100 Mio. Dosen des Se­rums sichern. Die EU setzt zudem auf das Mittel der US-Firma Moderna (Effizienz 94,5), schloss einen Milliardenvertrag über 160 Mio. Stück ab.

Sorge um neuartige Impfungen

Konkurrenz erhalten sie aus Russland mit dem Sputnik-V-Impfstoff (über 91 Prozent Wirksamkeit). Das britisch-schwedische Konglomerat AstraZeneca forschte mit der Universität Oxford an einem Stoff, der je nach Dosierungsschema zwischen 62 und 90 Prozent wirksam sein soll, wobei die Gabe einer halben und einer vollen Dosis wirksamer ist als die Verabreichung zweier voller Dosen. Über 200 andere Projekte sind seit Jahresbeginn bekannt.

Was einige davon vereint, ist ihr umstrittener Ruf. Pfizer-BioNtech und Moderna setzen auf Impfstoffe auf mRNA-­Basis – die weltweit ersten ihrer Art. Dabei werden dem Körper Sequenzen der Erbinformation des Virus eingespritzt, die er dann in wirksame Proteine umwandelt. Der geimpfte Mensch stellt daraufhin das Antigen in seinen Zellen her. Weil die angeborene Immunantwort aktiviert wird, besteht die Gefahr einer übermäßigen Immunreaktion. Ähnliche Forschungen laufen seit Ewigkeiten im Kampf gegen Grippe, Tollwut und Krebs – bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Befürchtet wird ein Einfluss auf die menschliche Geninformation. Die nötige Kühlung auf -70 °C macht das Pfizer-Mittel für Länder mit schlechter medizinischer Infrastruktur untauglich. Nach einem Test mit 43.000 Personen warnen Experten vor schlimmen Nebenwirkungen mit Symptomen, die an milde Corona-Verläufe erinnern.

Die Astra-Zeneca- und der Sputnik-Impfung (jeweils zirka 20.000 Testpersonen) sind dagegen Vektor-Impfstoffe auf Basis abgeschwächter Adenoviren, die bei Schimpansen Erkältungen auslösen. Hier ist eine Temperatur knapp unter dem Gefrierpunkt ausreichend. Ersterer birgt ein ethisches Problem: Im Sommer wurden Experimente mit einer Zelllinie eines abgetriebenen Fötus bei der Entwicklung bekannt. Das Sputnik-Mittel besticht mit einem niedrigen Preis (unter 10 Euro je Dosis) und wenigen Nebenwirkungen – im schlimmsten Fall wirkt es also einfach nicht.

Gefahren eiliger Entwicklung

Die Frage nach dem Impfstoff ist aber auch eine politische, der Westen bekämpft dieses Fabrikat vehement. Die EU – die auf Stoffe aus Übersee setzt – rügte Ungarn, weil es den russischen Kandidaten bevorzugt. Wissenschafter rücken aus, um die Methodik der Studien anzuzweifeln. Sie kritisieren die kurze Dauer der Entwicklung, es war im August als erstes Mittel einsatzbereit. Dabei gilt dieser Einwand auch für die anderen Impfstoffe. Denn in der Regel vergehen bis zu 15 Jahre an Erprobung, ehe man eine Impfung auf Menschen loslässt.

Noch kürzlich schätzten Fachkreise, frühestens nach 18 Monaten ein wirksames Mittel gegen Corona zu haben. Nun winkt man die Zulassung neuartiger Stoffe eilig durch. Milliarden Menschen sollen sie weltweit erhalten, die Feldtests in nur wenigen Ländern berücksichtigen die menschliche Biodiversität nicht. Fraglos: Gut erprobte Impfungen können Wunder wirken. Gefürchtete Volkskrankheiten wie die Pocken oder die Kinderlähmung – man forschte über 20 Jahre am Immunwirkstoff – gelten mit deren Hilfe als nahezu ausgerottet. Die Gefahr schlecht getesteter Medikamente zeigte sich aber ab 1957 am vermeintlichen „Wundermittel“ Contergan. Das an Schwangere verabreichte Beruhigungsmittel führte zu schweren Missbildungen bei tausenden Kindern.

Impfung durch die Hintertüre

Daraufhin verschärfte man die Test-Standards für medizinische Mittel. Als es bei der Schweingrippe-Impfung wieder einmal schnell gehen musste, führte sie bei zahlreichen Menschen zu Narkolepsie, einer schweren, chronischen Schlafstörung. Eine Wiederholung droht: Bill Gates, der eine zügige Corona-Impfung mit seiner Stiftung auch finanziell forcierte, schockierte schon im Sommer damit, dass bis zu 700.000 Impfgeschädigte weltweit eingepreist seien.

Auch die Frage nach Impfpflichten polarisiert. Die türkis-grüne Regierung beteuert, eine solche nicht zu planen. Zwänge könnten aber auch „sanft“ kommen, wenn Ungeimpfte gesellschaftliche Nachteile erfahren. Eine australische Fluglinie kündigte bereits an, nur immunisierte Passagiere befördern zu wollen. Ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit kennt die österreichische Verfassung nur implizit.

Das „Volksbegehren für Impf-Freiheit“  – bislang unterstützen es 60.000 Bürger – fordert daher ein Diskriminierungsverbot von Nicht-Geimpften. Diese Entscheidung müsse dem Bürger freistehen. Die Eintragungswoche vom 18.-25. Jänner wackelt aber, das Innenministerium kokettiert mit Hinweis auf den „Infektionsschutz“ mit einer Verschiebung. Im Kampf gegen ein Virus, das bei jungen Menschen meist milde Krankheitsverläufe bedingt, könnten Millionen in Gefahr schweben.

Grobe Nebenwirkungen der im Eilverfahren zugelassenen Impfstoffe könnten erst nach Jahrzehnten Gewissheit werden: Viel zu spät, um die Husch-Pfusch-Aktion der Eliten noch zu stoppen. Viele unter ihnen, die heute politisch und finanziell davon profitieren, wird man dann nicht einmal zur Rechenschaft dafür ziehen können. Auch, weil die EU vor Monaten ankündigte, den Herstellern eine eingeschränkte Haftung zu gewähren.