Liest man die Kriterien der schwedischen Gesundheitsbehörde zur Beurteilung von Covid-19, fragt man sich: funktioniert Corona in anderen Ländern anders? Denn in Schweden wird u.a. empfohlen, erst bei Auftreten von Symptomen, einen Corona-Test zu machen. Die höchste Ansteckungsgefahr bestehe kurz vor bis einige Tage nach Ausbruch der Krankheit. Ergo: ohne Symptome – keine Ansteckungsgefahr. Ein PCR-Test könne übrigens nicht feststellen, ob man ansteckend ist.

Von Kornelia Kirchweger

Dass man hierzulande gesunde Menschen in Massen zum Testen zwingt, damit sie ein Restaurant, Kino, Theater, etc. besuchen können, und auch dann nur mit FFP-2-Maske, ist daher mehr als zu hinterfragen. Dass Kinder in den Schulen regelmäßig in der Nase herumstochern müssen, um am Unterricht teilnehmen zu können, ebenso. In Schweden wird empfohlen, Kinder sollen bei Erkrankung zu Hause bleiben, ohne einen Covid-19-Test zu machen. Kinder haben oft Husten oder Schnupfen wenn sie im Freien sind, das gehe aber schnell vorbei und sei keine „Krankheit“.

Tests erst wenn Symptome auftreten

In den schwedischen Empfehlungen heißt es indes klar und deutlich: Ein PCR-Test oder Antigen-Test soll erst nach Auftreten von Symptomen gemacht werden (auch Geimpfte), oder wenn es im Zuge der Kontakt-Nachverfolgung notwendig ist. Wenn eine Person die Symptome selbst etwa als Kopfschmerzen oder Allergien erkennt, sei ein Testen nicht notwendig. Der PCR Test prüft das Vorhandensein von Genomteilen des Virus, der die Infektion verursacht. Er sagt nichts über die Infektiosität einer Person aus. Denn die PCR-Technologie könne nicht zwischen RNA von infektiösem Virus oder von Virustrümmern unterscheiden, die oft noch nach Wochen oder sogar Monaten messbar sind. Der Antigen-Test stellt fest, ob Protein-Teile des Virus im Körper vorhanden sind. Ein Anti-Körpertest zeigt, ob man bereits Covid-19 hatte und Antikörper entwickelte. Es dauert eine Weile bis diese entstanden sind. Der Test solle daher frühestens 2-3 Wochen nach einer Covid-19-Erkrankung gemacht werden. Er soll nicht gemacht werden, wenn man Covid-19-Symptome hat.

Krankheitsbild ist maßgeblich

Die empfohlenen Kriterien zur Beurteilung, ob noch Ansteckungsgefahr bestehe, beruhen daher auf einer klinischen Besserung mit Fieberfreiheit von mindestens zwei Tagen und mindestens sieben Tagen ab Auftreten der Symptome. Bei stärker ausgeprägten Symptomen, mindestens 14 Tage nach der Erkrankung und bei den schwersten Symptomen solle die Beurteilung durch den behandelnden Arzt erfolgen. Der Test zeigt, ob eine Infektion vorhanden ist. Er solle nicht später als fünf Tage nach Auftreten der ersten Symptome gemacht werden. Am Beginn der Krankheit sei die Viruslast am höchsten.

Die Kriterien wurden in Zusammenarbeit mit Vertretern der Fachgesellschaften für Infektionsmedizin, klinische Mikrobiologie, Hygiene und Infektionskontrolle entwickelt. Sie wurden zuletzt in einer Konferenz bezüglich neuer Virus-Varianten im April 2021 diskutiert. Es gab keinen Bedarf, die bestehenden Einschätzungen zu aktualisieren. Erst wenn es neue Ergebnisse bezüglich der Infektiosiät von Covid-19 gebe, werden die Empfehlungen wieder aktualisiert.

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