Die meisten Flüchtlinge sind jung, männlich und muslimisch, mitunter kriminell und traumatisiert! Alles nur »Verschwörungstheorien?« Was ist wahr und was sind Fake News?

Die ersten drei Teile dieser Reihe lesen Sie hier, hier und hier.

Von Guido Grandt

  • Überwiegende Zahl der Flüchtlinge sind junge Männer
  • Frauen unter Flüchtlingen stark unterrepräsentiert
  • Junge kriminelle Migranten schwer zu sozialisieren
  • Je mehr junge Männer umso wahrscheinlicher sind soziale Unruhen
  • Integrationsprobleme durch Flucht- und Kriegs-Traumata

Junge Männer zuerst

Im Jahr 2015 kritisierte die Buchautorin und Journalistin Birgit Kelle, dass im Zuge der Flüchtlingswelle überwiegend junge Männer fliehen und Frauen und Kinder zurücklassen würden. »Während also in dem Bereich, der gemeinhin als ›christliches Abendland‹ subsumiert wird, der Grundsatz gilt ›Frauen und Kinder zuerst‹, gilt im aktuellen Flüchtlingsstrom eine andere Maxime: ›junge Männer zuerst‹.« Und sie kritisiert: »Was sind das für Männer, die ihre Familien zurücklassen, anstatt sie angesichts der Gefahr von Krieg, Terror und nicht selten sexuellen Übergriffen zu beschützen oder aus der Gefahrenzone zu schaffen?«

Tatsächlich waren die meisten Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen, zumeist junge und allein reisende Männer. Bis Ende Oktober waren drei Viertel aller Asylantragsteller männlich, wie die Bild im Dezember des Jahres berichtete. Von 195.273 Erstantragstellern waren über zwei Drittel Muslime (69,3 %) und lediglich 17,6 % Christen.

Die Zahlen von 2014 belegten ebenfalls, dass die meisten Flüchtlinge Männer waren. So wurden 66,6 % der Erstanträge auf Asyl von Männern gestellt. Nur 33,4 % von Frauen. 70,5 % der Asylbewerber waren jünger als 30 Jahre.

Frauen sind unterrepräsentiert

Vor allem aus den Bürgerkriegsländern war das weibliche Geschlecht unterrepräsentiert. So wurden 2014 ganze 71 % der syrischen Asylanträge von Männern eingereicht. Bei den Eritreern waren dies annähernd 80 %, bei den Somalis 73,1 % und bei den Afghanen 69,9 %.

Je weiter und gefährlicher die Reise nach Europa, so schien es, umso geringer der Anteil von Frauen. Unter den Kindern bis 16 Jahren, die 28 % der Asylbewerber ausmachten, war das Verhältnis von Jungen und Mädchen fast ausgeglichen. Auch 2013 waren laut Jahresbericht des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, bis zu 75 % aller nach Deutschland kommenden Asylbewerber männlich und im Alter zwischen 18 und 35 Jahren.

Europa wird »maskuliner«

Dementsprechend werden sich die Einwanderungsländer bei weiterem Flüchtlingszuzug verändern, das heißt, eindeutig maskuliner werden. Diesbezüglich sprach längst schon der Soziologe Armin Nassehi von einer »Maskulinisierung des öffentlichen Raums«, auf  die man sich »beizeiten« einstellen sollte.

Jung, kriminell, schwer zu sozialisieren?

Der britische Ökonom Paul Collier macht in seinem Buch Exodus – Warum wir Einwanderung neu regeln müssen darauf aufmerksam, dass junge Männer am »schwierigsten zu sozialisieren« seien. Ebenso, dass die meisten Verbrechen von solchen begangen würden. »Wenn also die Einwanderungsvorschriften junge Männer bevorzugen«, schreibt er, »werden Migranten in den Gefängnissen überrepräsentiert sein«.

Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung scheint ihm recht zu geben. Es stellte sich heraus: Liegt der Anteil von Männern im Alter zwischen 15 und 24 Jahren an der Erwachsenen-Bevölkerung bei über 25 Prozent, so steigt die Wahrscheinlichkeit sozialer Unruhen. Das trifft vor allem auf den Nahen Osten und Subsahara-Afrika zu, also gerade jene Regionen, aus denen viele Flüchtlinge nach Europa kommen. Dieser Anteil liegt in Somalia sogar bei über 35 %, in Nigeria, Eritrea und dem Irak nur leicht darunter und in Syrien bei 30 %.

Alternde Sozialstrukturen sind friedlicher als verjüngte

Schon der Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington folgerte: »Veränderungen des demografischen Gleichgewichts und Jugend-Booms von 20 Prozent und mehr können viele interkulturelle Konflikte am Ende des 20. Jahrhunderts erklären.« Und: »Die Bevölkerungsexplosion in muslimischen Gesellschaften und das riesige Reservoir an oft beschäftigungslosen Männern zwischen 15 und 30 sind eine natürliche Quelle der Instabilität und der Gewalt innerhalb des Islam wie gegen Nichtmuslime.«

Kurzum: Alternde Sozialstrukturen sind einfach friedlicher als diese von der Politik so hoffnungsvoll herbeigewünschte »Verjüngung« durch Einwanderung.

Unterschätzter sozialer Sprengstoff

Spiegel-Autor Jan Fleischhauer gab zudem noch einen anderen Punkt zu bedenken: »Auf den jungen Männern, die Deutschland erreichen, lastet ein enormer Druck. Dort, wo sie herkommen, wartet die Familie darauf, dass sie es in der Fremde zu etwas bringen. Die Bundesrepublik gilt jetzt in der arabischen Welt als das gelobte Land, wer es hier nicht schafft, mit dem muss etwas nicht stimmen.«

Und das schürt sozusagen noch das Feuer unter dem sozialen Sprengstoff: »Wie also reagieren die Zuwanderer, wenn sie feststellen, dass ihre Ausbildung nicht ausreicht, um Fuß zu fassen? Dass es kein Haus gibt, wie viele fälschlicherweise glauben, sondern auf lange Sicht nur eine Pritsche in einer Notunterkunft?«

Dem pflichtete Reiner Klingholz, Leiter des Berlin-Instituts bei. Junge Männer müssten um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen, um Arbeitsplätze, damit sie später ihre Familien ernähren könnten. »Wenn dies nicht gelingt, entstehen Konflikte. Häufig genug hat das auch mit archaischen Vorstellungen von Männlichkeit zu tun – vor allem in muslimischen Gesellschaften. Da hat der Mann stets stark zu sein und unter allen Umständen die Familienehre zu verteidigen.«

Der Stern brachte dieses »Flüchtlings-Dilemma« einst auf einen Nenner: »Die Flüchtlinge an ein Leben ohne Gewalt zu gewöhnen ist eine der schwierigsten Aufgaben der Integration.«

Traumatisiert durch Krieg & Flucht

Viele dieser jungen Männer sind durch Krieg und Flucht psychisch stark angeschlagen und traumatisiert. Laut Bundespsychotherapeutenkammer waren das 2015 die Hälfte aller Geflüchteten. Rund 40 % sollen unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Letztlich kommt PTBS bei Flüchtlingen zwanzig Mal häufiger vor als bei der heimischen Bevölkerung. Damals erhielten gerademal vier bis fünf Prozent von ihnen eine Psychotherapie.

»Auf die Menge der Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen sind wir in Deutschland nicht vorbereitet«, gab Detlev Ganten, Präsident des Gesundheitsgipfels, 2015 in Berlin offen zu. »Es gibt zu wenig Ambulanzen für psychiatrische Hilfe, zumal mit Dolmetschern oder medizinischem Personal, das Arabisch spricht … Dieses Problem müssen wir lösen.«

Schon Kinder und Jugendliche sind psychisch angeschlagen

Auch die Zahlen der allein geflohenen, psychisch schwer angeschlagenen Minderjährigen zumeist aus Syrien, Afghanistan, Eritrea oder Somalia, stiegen zu jener Zeit stark an. Waren es 2014 insgesamt 10.400 solcher Kinder und Jugendlicher, rechnete beispielsweise nur die Stadt München 2015 mit 6.000.

Die Münchner Psychologin Seval Soykök stellte in ihrer Doktorarbeit fest, dass 22 % der syrischen Flüchtlinge bis 14 Jahren an einer PTBS litten, 16 % an anderen psychischen Folgen ihrer grausigen Erlebnisse.

Traumatisierte nur schwer integrierbar

Längst glauben Experten auch, dass diese traumatisierten Menschen nur mühsam integrierbar wären, weil sie nur schwer eine neue Sprache lernen, keinen Beruf finden und dadurch gesellschaftlich zu Außenseitern würden. Trauma-Expertin Meryam Schouler-Ocak vertritt die Auffassung, dass die derartig Traumatisierten durch alle Maschen fallen würden. »Sie lassen sich kaum sozial auffangen.«

Der vor allem in der Corona-Pandemie arg in die Kritik geratene SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meinte damals sogar: »Traumatisierte Flüchtlinge sind ein Riesenproblem. Denn oft wird das gesamte Umfeld in Mitleidenschaft gezogen.« Werden die Traumata nicht behandelt, können diese nicht nur zu Depressionen, sondern auch zu Persönlichkeitsveränderungen führen. Eine der Auswirkungen sind aggressive Reaktionen.

Das war der vierte und letzte Teil aus Guido Grandts Reihe „Verschwiegene Fakten der Flüchtlingskrise“ – exklusiv für den Wochenblick.

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